Helvetia-Chef rechnet mit steigenden Versicherungsprämien


News Redaktion
Wirtschaft / 23.06.22 11:19

Die Inflation hält die Welt in Atem und droht auch in der Schweiz an Fahrt zu gewinnen. Nicht nur die Preise für Öl, Gas oder Lebensmittel steigen, die Inflation macht auch vor den Versicherungsprämien nicht Halt.

Die steigenden Preisen schlagen auch auf die Schadenszahlungen der Versicherer durch. Mit Blick auf die Inflation sei mit steigenden Versicherungsprämien zu rechnen, sagte Helvetia-Chef Philipp Gmür im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.(Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Die steigenden Preisen schlagen auch auf die Schadenszahlungen der Versicherer durch. Mit Blick auf die Inflation sei mit steigenden Versicherungsprämien zu rechnen, sagte Helvetia-Chef Philipp Gmür im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.(Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Helvetia-Chef Philipp Gmür rechnet damit, dass Versicherungen teurer werden. "Dass Versicherer die Prämien dem Inflations- beziehungsweise Preisniveau anpassen, ist ein am Markt verbreiteter Prozess", sagte er im Interview mit der Nachrichtenagentur AWP.

Die steigenden Preise für Güter, die im Zuge von Schadensereignissen ersetzt werden müssen oder bei Reparaturen zum Einsatz kommen, treiben die Schadenszahlungen für die Versicherer in die Höhe. Versicherungen bekommen die Inflation also etwa zu spüren, wenn der Garagist wegen des teureren Autolacks eine höhere Rechnung stellt oder wenn das Ersetzen von Fenstern nach einem starken Gewitter teurer wird.

"Das Inflationsszenario haben wir seit längerem auf dem Radar", fuhr der Helvetia-Chef fort. "Dank Index-Klauseln werden die Prämien je nach Entwicklung eines Index rasch an die neue Situation angepasst und zudem nutzen wir die Möglichkeit von Prämienanpassungsklauseln." Zudem würden Verträge im Nichtlebensgeschäft periodisch erneuert.

In den letzten Jahren sei das Anheben des Preisniveaus vor allem im Ausland zu sehen gewesen. "In der Schweiz hatten wird hingegen über Jahre kaum Inflation", sagte Gmür. Das könnte sich nun also ändern.

Bislang hat Helvetia in diesem Jahr laut Gmür immerhin noch keine grösseren Schadensereignisse registriert. "Insofern hat sich die Inflation auf der Schadenseite noch nicht allzu stark bemerkbar gemacht."

Abgesehen von der Inflation machen dem Firmenchef die Probleme in den weltweiten Lieferketten und die sich möglicherweise abschwächende Konjunktur Sorgen. "Die Neuwagenverkäufe sind auch aufgrund von Verzögerungen rückläufig und somit sinkt wohl in der zweiten Jahreshälfte die Nachfrage nach Motorfahrzeugversicherungen", so Gmür. "Und aufgrund der sich abschwächenden Konjunktur sinken auch die Einnahmen dort, wo die Prämien an die Umsatzentwicklung der Kunden gekoppelt sind."

Zudem dürften die Menschen künftig weniger Geld zur Verfügung haben, um etwa in Vorsorgeprodukte zu investieren, sieht Gmür ein weiteres Risiko für sein Geschäft. Insgesamt nehme aber die Nachfrage nach Vorsorgelösungen zu. "Und ich bin froh, dass wir über ein breit diversifiziertes Geschäftsportfolio sowie eine solide Bilanz verfügen."

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kanton Zug stellt Mitarbeiter wegen Facebook-Posts frei
Regional

Kanton Zug stellt Mitarbeiter wegen Facebook-Posts frei

Der Kanton Zug hat einen Mitarbeiter freigestellt, weil dieser sich auf der sozialen Internetplattform Facebook unangemessen geäussert hat. Beim Betroffenen handelt es sich um den ehemaligen Leiter eines Asyl-Durchgangszentrums.

Wenn Tennisspielerinnen über schwere Waffen sprechen
Sport

Wenn Tennisspielerinnen über schwere Waffen sprechen

In der 2. Runde von Wimbledon spielen die Ukrainerinnen Angelina Kalinina und Lesia Zurenko gegeneinander. Der Krieg ist ihren Köpfen allgegenwärtig.

Kreml: Keine Frist für Ende des Krieges gegen die Ukraine
International

Kreml: Keine Frist für Ende des Krieges gegen die Ukraine

Russland hat sich nach eigenen Angaben keine Frist für ein Ende seines Angriffskriegs gegen die Ukraine gesetzt.

Vernehmlassung zeigt in Rapperswil-Jona Zustimmung zu Parlament
Schweiz

Vernehmlassung zeigt in Rapperswil-Jona Zustimmung zu Parlament

Eine deutliche Mehrheit hat sich in Rapperswil-Jona in einer öffentlichen Vernehmlassung für die Einführung eines Parlaments ausgesprochen. Allerdings lag die Zahl der Teilnehmenden bei 73 Personen.