Henji Mboyo starker Zwölfter, Chinese Zhang gewinnt Gold


News Redaktion
Sport / 22.10.21 13:49

Henji Mboyo gelingt an seiner WM-Premiere in Kitakyushu ein Exploit. Der 22-jährige Zürcher zeigt im Mehrkampf-Final einen praktisch fehlerfreien Wettkampf und klassiert sich im sehr guten 12. Rang.

Henji Mboyo legt im Mehrkampf-Final an den Weltmeisterschaften in Japan einen bärenstarken Auftritt hin (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/NEIL HALL)
Henji Mboyo legt im Mehrkampf-Final an den Weltmeisterschaften in Japan einen bärenstarken Auftritt hin (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/EPA/NEIL HALL)

Mboyo legte im Final der besten 24 einen Steigerungslauf hin. In der zweiten Wettkampfhälfte zeigte er am Reck, am Boden und am Pauschenpferd tadellose Übungen und vermochte sich dadurch im Vergleich zur Qualifikation um mehr als eineinhalb Punkte zu steigern. Mit 82,691 Zählern belegte Mboyo am Ende Platz 12, womit er das beste Schweizer Mehrkampf-Ergebnis an Weltmeisterschaften seit 1950 egalisierte. Pablo Brägger hatte 2017 in Montreal ebenfalls Platz 12 belegt.

Obwohl knapp drei Monate nach den Olympischen Spielen in Tokio einige der Weltbesten wie die Russen Nikita Nagorni und Artur Dalalojan oder der Chinese Xiao Ruoteng in Kitakyushu fehlten, ist Mboyos Leistung hoch einzustufen. Der 22-Jährige bestritt erst seine zweiten internationalen Titelkämpfe bei der Elite nach dem Debüt an den Europameisterschaften 2018 in Glasgow. Crazy! In den Top 12 der Welt in der Königsdisziplin Mehrkampf zu sein, ist genial, sagte Mboyo.

Schon früh hatte Mboyo als Rohdiamant in der Schweizer Kunstturn-Szene gegolten. 2011 nahm er als erst 13-Jähriger an seinen ersten Junioren-Europameisterschaften teil - und gewann mit dem Team Bronze. Der Übergang zu den Profis und der Umzug nach Magglingen fiel ihm später jedoch nicht leicht, in den letzten drei Jahren kamen zudem dem Zürcher Unterländer gesundheitliche Probleme sowie die Coronavirus-Pandemie in die Quere.

In Kitakyushu deutete Mboyo sein grosses Potenzial aber neuerlich an. Er bewies, dass der STV auf ihn zählen kann und dass nach den Rücktritten von Oliver Hegi und Pablo Brägger starke junge Athleten nachkommen. Nun gilt es, konstant weiter zu trainieren, nie aufzugeben und immer positiv zu bleiben, sagte Mboyo. Im physischen Bereich müsse er weiter zulegen, zudem gilt es, den Schwierigkeitswert meiner Übungen weiter hinaufschrauben. Das grosse Ziel des Sohns kongolesischer Eltern sind die Olympischen Spiele 2024 in Paris.

Das spannende Kopf-an-Kopf-Duell im Kampf um den WM-Titel in der fast bis auf den letzten Platz gefüllten Halle entschied etwas überraschend der Chinese Zhang Boheng hauchdünn vor dem japanischen Olympiasieger Daiki Hashimoto für sich. Am Ende entschieden 0,017 Punkte den Kampf um Gold zugunsten von Zhang, der mit sehr starken Übungen an den Ringen und am Barren die knappe Differenz schuf. Bronze ging an den erst 18-jährigen Ukrainer Ilja Kowtun.

(sda)


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