Himmelsgucker hoffen auf viele Perseiden-Sternschnuppen


News Redaktion
International / 05.08.21 06:35

Hochsommerzeit ist Sternschnuppenzeit: Wie jedes Jahr im August verspricht der legendäre Perseidenschwarm in diesen Tagen unzählige Sternschnuppen, die ganz ohne optische Hilfsmittel zu sehen sind.

Nächste Woche ist es wieder soweit: Zusätzlich zu den Sternen erhellt der Perseidenschauer den Nachthimmel, hier 2015 über der Drusenfluh links und der Sulzfluh in St. Antönien GR (Archivbild). (FOTO: Keystone/GIAN EHRENZELLER)
Nächste Woche ist es wieder soweit: Zusätzlich zu den Sternen erhellt der Perseidenschauer den Nachthimmel, hier 2015 über der Drusenfluh links und der Sulzfluh in St. Antönien GR (Archivbild). (FOTO: Keystone/GIAN EHRENZELLER)

Der Höhepunkt des Meteorregens wird um den 12. August erwartet, doch schon jetzt lohnt der Blick zum Nachthimmel - sofern das derzeit regnerische Sommerwetter dies gestattet.

Im Volksmund heissen die Augustmeteore übrigens Laurentiustränen. Der Name erinnert an den Heiligen Laurentius, der am 10. August des Jahres 258 unter der Herrschaft des römischen Kaisers Valerian den Märtyrertod starb. Seither regnete es gemäss der Legende an diesem Tag stets feurige Tränen.

Bei wolkenfreiem Himmel sind auch in den Nächten vor dem Perseidenmaximum am Donnerstag kommender Woche viele dieser Sommermeteore bereits am nächtlichen Firmament zu erspähen. Nachteulen oder Frühaufsteher sollten also bei Wolkenlücken auch jetzt schon einen Blick auf die eine oder andere Sommersternschnuppe erhaschen können. Manche Beobachter werden sich dann nach altem Brauch eingeladen fühlen, der sekundenschnell verglühenden Sternschnuppe einen geheimen Wunsch mit auf den Weg zu geben.

Zur Zeit des Perseidenmaximums könnten dann im Idealfall bis zu hundert Sternschnuppen pro Stunde am Himmel aufleuchten - allerdings nur bei ungewöhnlich guten Beobachtungsbedingungen. Eher ungeübte Beobachter dürften allerdings nicht ganz so viele Sternschnuppen zu sehen bekommen. Die beste Beobachtungszeit während des Perseidenmaximums in der zweiten Hälfte der kommenden Woche liegt zwischen dem späten Abend und dem frühen Morgen.

Seit jeher markieren die Augustmeteore für Sternschnuppenfans einen festen Termin im astronomischen Jahreskalender: Die Perseiden sind der einzige grosse Meteorstrom im Sommer und einer der ergiebigsten überhaupt. Ihren Namen haben die Sommersternschnuppen vom Sternbild Perseus. Dort liegt der scheinbare Ausgangspunkt der Perseidenmeteore, der sogenannte Radiant.

In Wahrheit kommen die Sternschnuppen aber aus der unmittelbaren Erdumgebung: Auf seiner Bahn um die Sonne kreuzt unser Planet alljährlich zwischen Mitte Juli und Ende August eine Wolke winziger Teilchen, die der Komet 109P/Swift-Tuttle auf seiner Bahn um unser Zentralgestirn zurückliess.

Trifft die Erde auf die kosmische Staubspur dieses etwa alle 133 Jahre wiederkehrenden Kometen, dringen die oft nur stecknadelkopfgrossen Partikel aus Kometenstaub mit 60 Kilometern pro Sekunde in die Erdatmosphäre ein - also mit der unfassbaren Geschwindigkeit von 216000 Stundenkilometern. In einer Höhe von 80 bis hundert Kilometern erzeugen die kleinen Staubteilchen dann die Lichterscheinungen, die Sternschnuppen genannt werden.

Dem mit der Erde durchs All sausenden Beobachter bietet sich bei einem Meteorschwarm ein Bild wie einem Autofahrer bei einer Fahrt in dichtem Schneetreiben: Beim Blick durch die Windschutzscheibe scheint es, als kämen alle Schneeflocken von einem gemeinsamen Ausgangspunkt. In Wahrheit spielt nur die Perspektive einen Streich - genauso wie bei den Perseiden, deren Leuchtspuren sich aus Sicht des irdischen Beobachters allesamt ins Sternbild Perseus zurückverlängern lassen.

Die grösseren Meteore leuchten bei ihrem Eintritt in die Atmosphäre so stark wie helle Sterne und Planeten. Noch heller, aber auch entsprechend seltener sind die sogenannten Feuerkugeln. Diese spektakulären Meteore ziehen oft einen farbig nachglühenden Schweif hinter sich her.

Eine besondere Ausrüstung brauchen Himmelsgucker für die Beobachtung der Perseiden nicht - ein Liegestuhl oder eine Isomatte und eine gute Rundumsicht reichen aus. Ferngläser oder gar Teleskope sind beim Aufspüren der in Sekundenschnelle verglühenden Meteore sogar hinderlich, denn das Blickfeld solcher Instrumente ist für die flinken Himmelskreuzer viel zu klein.

Die besten Beobachtungsmöglichkeiten bietet ein Platz fernab der von Kunstlicht durchfluteten Städte. Wer den Meteorstrom fotografieren will, sollte ein Weitwinkelobjektiv verwenden, die Kamera auf ein Stativ montieren und eine Langzeitbelichtung wählen.

(sda)


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