Nidwaldner Talboden wird besser vor Hochwasser geschützt


Roman Spirig
Regional / 28.04.21 12:04

Im Kanton Nidwalden soll ein wichtiges Hochwasserschutzprojekt, nämlich das am Buoholzbach, realisiert werden. Die Regierung beantragt dem Landrat einen Planungs- und Ausführungskredit von 46 Millionen Franken, wie sie am Mittwoch mitteilte. Es kommt auch zu Umsiedlungen.

So soll das Hochwasserschutzprojekt am Buoholzbach aussehen. (FOTO: Kanton Nidwalden)
So soll das Hochwasserschutzprojekt am Buoholzbach aussehen. (FOTO: Kanton Nidwalden)

Der sechs Kilometer lange Wildbach bildet die Grenze zwischen Wolfenschiessen und Oberdorf und fliesst bei Dallenwil in die Engelberger Aa. Er hatte beim Hochwasser von 2005 grosse Schäden angerichtet.

Das Problem des normalerweise zahmen Buoholzbachs ist, dass er bei starkem Regen und Murgängen Geschiebe bis in die Engelberger Aa befördern kann. Gefährdet sind damit nicht nur die Gewerbezonen von Wolfenschiessen und Oberdorf, die sich auf dem Schwemmkegel befinden. Die Gefährdung erstrecke sich über den ganzen Talboden bis Stansstad, sagte Landammann Othmar Filliger (CVP) den Medien.

Der Schaden bei einem Hochwasser, wie es alle 30 Jahre zu erwarten ist, wird auf 500 Millionen Franken beziffert. Bei einem noch selteneren Hochwasser ist ein Schaden von mehr als einer Milliarde möglich. Viktor Schmidiger, Vorsteher Amt für Gefahrenmanagement, sagte, die Schäden und Auswirkungen eines solchen grossen Ereignisses am Buoholzbach seien für den Kanton Nidwalden grösser als die Gefährdung durch die Coronapandemie.

Landammann Filliger sprach deswegen von einem strategischen Projekt des Kantons. Es bringe nicht nur besseren Schutz für die Bevölkerung. Dank des Schutzes würden im Talboden auch Bauprojekte möglich, die zur Zeit nicht oder nur unter Auflagen realisiert werden können, dies weil sie sich in der Gefahrenzone befinden.

Der Hochwasserschutz wird auf ein 300-jähriges Ereignis ausgerichtet. Das Vorprojekt sieht vor, dass der Buoholzbach nicht mehr direkt in die Engelberger Aa fliesst, sondern talwärts eine Biegung macht.

Dort, beim Schwemmkegel, wird der Bachlauf einen grossen Bauch haben, der als Geschiebesammler dient. Die Dammhöhe wird zehn Meter erreichen. Das Fassungsvermögen soll 150000 Kubikmeter Geschiebe betragen. Der Geschiebesammler wird weitgehend der Natur überlassen, er soll bei unproblematischem Wetter auch als Naherholungsgebiet dienen.

Der Landrat soll im Juni den Kredit bewilligen. Eine Volksabstimmung wird es nicht geben. Die Projektgenehmigung durch den Regierungsrat ist für 2023 vorgesehen. Baudirektor Josef Niederberger (CVP) sagte, das Bauwerk solle bis Herbst 2026 realisiert sein.

Drei Viertel der Kosten entfallen auf die Planung und den Bau des Hochwasserschutzes, ein Viertel auf den Landerwerb. Die Industriezonen können erhalten bleiben. Es werde aber viel Land für Schutzbauten benötigt. Umsiedlungen seien unausweichlich. So muss ein Bauernhof dem Projekt weichen, bei anderen Höfen sind Teile betroffen. Die Phase des vorsorglichen Landerwerbs sei weitgehend abgeschlossen, sagte Niederberger.

Von den Kosten von 46 Millionen Franken übernimmt der Bund 26 Millionen Franken. Der Kanton übernimmt 14 Millionen Franken, die beiden Standortgemeinden Oberdorf und Wolfenschiessen zusammen 6 Millionen Franken. Der Kostenteiler zwischen den Gemeinden ist noch nicht ausgehandelt.

Das Projekt war zunächst von den Standortgemeinden betreut worden. 2018 übernahm der Kanton die Federführung. Der Landrat bewilligte damals auch einen Rahmenkredit von 4,5 Millionen Franken für den vorsorglichen Landerwerb.

(sda)


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