Hochwasserlage in der Zentralschweiz: Langsame Entspannung in Sicht


News Redaktion
Regional / 17.07.21 07:48

In der Stadt Luzern ist die Gefahr, dass der Schwanenplatz überschwemmt und die Seebrücke für den Verkehr gesperrt werden muss, vorerst gebannt. Der Pegel des Vierwaldstättersees sinkt langsam, ebenso jener des Sarnersees und der Sarneraa im Kanton Obwalden.

Wegen des Hochwassers sind die Fussgängerbrücken in Luzern zu. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Wegen des Hochwassers sind die Fussgängerbrücken in Luzern zu. (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Die Niederschläge rund um den Vierwaldstättersee hätten in den vergangenen 24 Stunden abgenommen, teilte die Stadt am Samstagmittag mit. Am Freitag zwischen 22 und 24 Uhr erreichte der Pegel des Vierwaldstättersees mit 434,94 Metern über Meer seinen Höchststand. Danach ging er langsam zurück. Kurz vor 18 Uhr betrug er 434,91 Meter.

Da weitere Regenschauer zu erwarten seien, werde die Situation von den Einsatzkräften aber nach wie vor überwacht, heisst es weiter. Zudem blieben die Kapellbrücke, der Rathaussteg, die Reuss- und die Spreuerbrücke, die seit Freitag aus Sicherheitsgründen gesperrt sind, zu, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass die Wassermassen der Reuss Auswirkungen auf die Statik der Brücken hätten, heisst es weiter.

Die Brücken würden erst wieder geöffnet, wenn der Pegel deutlich gesunken ist. Zum jetzigen Zeitpunkt sei dies frühestens am Montagmorgen der Fall, schreibt die Stadt.

Bereits am Freitag hatte in der Stadt Luzern der Pegel des Vierwaldstättersees die kritische Marke von 434,90 Metern erreicht. Bei dieser Höhe kann das Wasser auf den Schwanenplatz und von dort in die Altstadt fliessen. Bislang aber blieb die Stadt Luzern vor grösseren Überschwemmungen verschont.

In Obwalden regnete es in der vergangenen Nacht nur wenig, wie der Kanton am Samstagmorgen auf seiner Internetseite schrieb. Der Pegel des Sarnersees erreichte am Freitagabend den Höchststand und sei seither stetig gesunken. Ebenfalls gesunken sei der Pegel der Sarneraa, die Abflussmenge sei rückläufig.

Die Hochwassersituation sei stabil, die Massnahmen rund um die Obwaldner Seen und Gewässer würden aber aufrecht erhalten. Nach wie vor bestehe Hochwasser- und Hangrutschgefahr.

Die Einsatzkräfte sehen optimistisch nach vorne, schreibt die Nidwaldner Gemeinde Stansstad am Samstagvormittag auf ihrer Homepage. Der Seestand sei auf hohem Niveau stabil. Weil sich das Wasser im Dorf ausgebreitet hatte, errichteten die Einsatzkräfte in den vergangenen Tagen Fussgängerstege.

Die Gemeinde betont auch, dass das Abwassernetz stark belastet sei. Die Bevölkerung wird deshalb gebeten, sparsam mit dem Wasser umzugehen. Dabei handle es sich um eine präventive Massnahme. Zurzeit besteht noch keine Notlage, heisst es.

Grundsätzlich habe sich die Lage in den Seegemeinden von Nidwalden stabilisiert, teilte der kantonale Führungsstab mit. Für eine Entwarnung sei es aber zu früh. In Ufernähe sei weiterhin Vorsicht geboten.

Die Behörden appellieren zudem an die Bevölkerung, so genannten Katastrophentourismus zu unterlassen und nicht ohne Grund in betroffene Gebiete zu fahren.

Weiter sind bis am Montagabend wegen der Hochwassersituation Schifffahrt und Wassersport auf dem Vierwaldstättersee verboten.

(sda)


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