Hurrikan "Dorian" zieht weiter in Richtung Kanada


Roman Spirig
International / 07.09.19 05:49

Hurrikan "Dorian" ist über einen küstennahen Teil des US-Bundesstaats North Carolina hinweggezogen. Dort sorgte der Sturm für Überschwemmungen, Schäden und Stromausfälle.

Hurrikan Dorian zieht weiter in Richtung Kanada (Foto: KEYSTONE / AP / Gary McCullough)
Hurrikan Dorian zieht weiter in Richtung Kanada (Foto: KEYSTONE / AP / Gary McCullough)

Der Wirbelsturm soll am heutigen Samstag in relativ grosser Entfernung zur US-Küste an den Gliedstaaten Neuenglands vorbeiziehen, darunter etwa New York, Massachusetts und Maine. Dies erklärte das Nationale Hurrikan-Zentrum (NHC) am Freitag (Ortszeit).

Im weiteren Verlauf solle "Dorian" dann ab Samstagabend aber als abgeschwächter Sturm über Nova Scotia im äussersten Nordosten Kanadas hinwegziehen. "An unsere kanadischen Nachbarn - heute ist der Tag, um sich auf Hurrikan "Dorian" vorzubereiten", hiess es in einem NHC-Tweet.

"Dorian" war am Freitag als Hurrikan der schwächsten Kategorie in North Carolina auf eine Gruppe vorgelagerter Inseln getroffen und brachte Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 Kilometern pro Stunde mit sich. Dort kam es zu grossen Überschwemmungen, Häuser wurden abgedeckt, Bäume und Strommasten knickten um. Zeitweise verloren rund 200'000 Haushalte ihre Stromversorgung.

Auf der Insel Ocracoke in der Inselgruppe Outer Banks sassen Hunderte Menschen zeitweise fest. Auf Bildern der Insel waren schwere Überflutungen zu sehen.

Nach der Hurrikan-Katastrophe auf den Bahamas versuchen unterdessen Tausende, den Inselstaat zu verlassen. Allein in Freeport kamen Augenzeugen zufolge am Freitag Tausende zum Hafen, um einen Platz an Bord eines Kreuzfahrtschiffs zu ergattern. Die Betreibergesellschaft bot denen, die über die nötigen Einreisedokumente verfügten, eine kostenfreie Passage nach Florida an. Gleichzeitig wurden aus den am schlimmsten betroffenen Katastrophenregionen Hunderte an Bord von Flugzeugen oder Booten in die Hauptstadt Nassau gebracht.

"Dorian" war von Sonntag bis Montag als Hurrikan der kraftvollsten Kategorie über die nördlichen Inseln der Bahamas hinweggezogen und hinterliess eine Schneise der Verwüstung. Nach bisherigen Angaben kamen nach neuesten Behördenangaben zufolge mindestens 43 Menschen ums Leben, die Behörden befürchteten aber, dass die Opferzahl noch deutlich ansteigen könnte. Tausende gelten immer noch als vermisst.

US-Präsident Donald Trump sandte in einer auf seinem Twitter-Account veröffentlichten Videobotschaft seine besten Wünsche an die Menschen auf den Bahamas. Die Bahamas seien sehr hart getroffen worden, die USA würden unter anderem mit Wasser und Lebensmitteln helfen.

"Dorian" war der verheerendste Wirbelsturm auf den Bahamas und einer der stärksten im Atlantik seit Beginn moderner Aufzeichnungen. Es kam zu meterhohen Sturmfluten und grossflächigen Überschwemmungen. Nach Schätzung des Roten Kreuzes wurden auf Grand Bahama und den Abaco-Inseln etwa 13'000 Wohnhäuser schwer beschädigt oder zerstört.

(sda)


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