Huthi-Milizen greifen erneut Ziele in Saudi-Arabien an


News Redaktion
International / 29.03.20 22:21

Aus dem Jemen haben Huthi-Milizen erneut mehrere Ziele in Saudi-Arabien angegriffen. Die saudische Luftwaffe habe zwei ballistische Raketen abgefangen und zerstört, teilte das Militärbündnis mit, das im Jemen gegen die Huthi-Rebellen kämpft.

Der Uno-Beauftragte für den Jemen, Martin Griffiths, zeigte sich besorgt über die Angriffe und anhaltender Kämpfe im Norden des  Jemen. Die Anführer des Jemen müssten sich dafür einsetzen, eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern und deren
Der Uno-Beauftragte für den Jemen, Martin Griffiths, zeigte sich besorgt über die Angriffe und anhaltender Kämpfe im Norden des Jemen. Die Anführer des Jemen müssten sich dafür einsetzen, eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern und deren "potenziell katastrophale Folgen" abzufedern. (Archiv) (FOTO: KEYSTONE/SALVATORE DI NOLFI)

Die Raketen seien auf die Hauptstadt Riad und die Stadt Dschisan im Süden gerichtet gewesen. In Riad seien zwei Zivilisten durch Splitterteile verletzt worden, so der Zivilschutz in der Nacht zum Sonntag nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur SPA.

Die Huthis erklärten, mit ballistischen Raketen und Drohnen sensible Ziele in Saudi-Arabien angegriffen zu haben. Militärsprecher Jahja Sari sagte, sie hätten auch wirtschaftliche und militärische Ziele in drei Städten nahe der saudisch-jemenitischen Grenze attackiert. Weitere schmerzhafte Angriffe würden folgen, wenn Saudi-Arabien seine Aggression und Blockade im Jemen nicht einstellen würde.

Der Uno-Sonderbeauftragte für den Jemen, Martin Griffiths, zeigte sich besorgt wegen der Angriffe und anhaltender Kämpfe im Norden des Landes. Die Anführer des Jemen müssten jede Minute ihrer Zeit darauf verwenden, eine Verbreitung des Coronavirus zu verhindern und deren potenziell katastrophale Folgen abzufedern.

Bisher sind im Jemen offiziell keine Coronavirus-Infektionen gemeldet worden. Ein Ausbruch könnte das bitterarme Land aber hart treffen. Nur etwa die Hälfte der jemenitischen Gesundheitszentren sind voll in Betrieb.

Erst am Donnerstag hatten die Konfliktparteien im Jemen einem Aufruf von Uno-Generalsekretär António Guterres zu einer Waffenruhe zugestimmt, um die Zivilbevölkerung vor der Corona-Pandemie zu schützen.

Die Zustimmung der jemenitischen Regierung, der Huthi-Rebellen und Saudi-Arabiens erfolgte am fünften Jahrestag des Einschreitens der von Riad angeführten Militärkoalition in den Bürgerkrieg im Jemen. Konkrete Vorschläge zur Umsetzung einer Waffenruhe machte jedoch keine der drei Parteien.

Die Rebellen, die weite Teile des Nordjemen beherrschen, aus dem sie auch stammen, greifen von dort immer wieder Ziele in Saudi-Arabien an. Sie werden vom Iran unterstützt. Saudi-Arabien bombardiert seit fünf Jahren Ziele im Jemen. Es kämpft an Seite der Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten und weiteren arabischen Verbündeten.

Seit Beginn des Bürgerkriegs 2014 haben die Huthis ihr Waffenarsenal Experten zufolge schrittweise ausgebaut. Sie setzen inzwischen ballistische Raketen ein sowie grössere Drohnen, die nach Uno-Angaben bis zu 1500 Kilometer weit und 250 Kilometer pro Stunde schnell fliegen können. Erst am Freitag hatte das saudische Militärbündnis erklärt, mehrere Drohnen der Huthis abgefangen zu haben.

(sda)

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