In Luzern soll es keine Polizisten ohne Schweizer Pass geben


Roman Spirig
Regional / 10.11.20 17:00

Im Kanton Luzern soll der Polizeiberuf weiterhin Schweizerinnen und Schweizern vorbehalten sein. Der Regierungsrat lehnt eine Forderung aus dem Kantonsrat ab, auch niedergelassene Ausländerinnen und Ausländer ins Polizeikorps aufzunehmen, damit in diesem die Vielfalt der Gesellschaft besser abgebildet werde.

In Luzern soll es keine Polizisten ohne Schweizer Pass geben (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
In Luzern soll es keine Polizisten ohne Schweizer Pass geben (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Kantonsrätin Nöelle Bucher (Grüne) forderte den Regierungsrat mit einem Postulat auf, dass auch Ausländerinnen und Ausländer mit einer C-Bewilligung als Polizistinnen und Polizisten arbeiten und als Polizeianwärterin und -anwärter rekrutiert werden dürfen. Es handelt sich um Menschen, die nach einem Aufenthalt von mehreren Jahren eine Niederlassungsbewilligung und damit ein unbeschränktes Aufenthaltsrecht erhalten haben.

Gemäss Bucher haben über 60 Prozent der im Kanton Luzern lebenden 75000 Ausländerinnen und Ausländer eine C-Bewilligung. Viele von diesen seien bestens integriert, sie seien in der Schweiz auf die Welt gekommen und ausgebildet worden, hiess es im Postulat. Dennoch dürften sie nicht als Polizistin und Polizist arbeiten.

Kantone, die Niedergelassene ins Polizeikorps aufnehmen würden, hätten gute Erfahrungen gemacht, erklärte Bucher. Dank den ausländischen Korpsangehörigen bilde die Polizei die Gesellschaft besser ab, durch diese Repräsentation entstehe Bürgernähe. Bucher sieht auch mögliche Vorteile, wenn Polizeiangehörige im Kontakt mit Ausländerinnen und Ausländern selbst über einen Migrationshintergrund verfügen.

Der Regierungsrat sieht indes keinen Grund, das Polizeikorps für Ausländerinnen und Ausländer zu öffnen. Diejenigen von ihnen, die sich für den Polizeiberuf interessierten, hätten bereits seit Jahren eine Niederlassungsbewilligung. Für sie sei eine Einbürgerung in der Regel eine Formsache. Viele würden sich zudem schon vor der Bewerbung um den Schweizer Pass bemühen.

Weiter hält der Regierungsrat fest, dass Polizistinnen und Polizisten die Staatsgewalt verkörperten. Deswegen sehe er die Schweizer Staatsbürgerschaft voraus. Dazu kommen, dass derzeit die offenen Stellen im Korps gut besetzt werden könnten.

(sda)


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