Innerschweizer Zwischenbilanz - Nicht alles rosig


Roman Spirig
Schwingen / 20.07.22 16:17

Der Innerschweizer Verband hat bereits 82 von 85 Schwingern fürs «Eidgenössische» in Pratteln fix selektioniert. Viel früher als sonst, und viel früher als die anderen Teilverbände. Aber eigentlich logisch: Denn bis auf den Brünig-Schwinget sowie das Nordwestschweizer Schwingfest gibt es für die Innerschweizer Schwinger keine Kranzfeste mehr. Gast-Blogger Koni Schelbert zieht Bilanz.

Innerschweizer Zwischenbilanz - Nicht alles rosig (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Innerschweizer Zwischenbilanz - Nicht alles rosig (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Zeit also, eine objektive Zwischenbilanz zu ziehen. Denn: Eine subjektive haben wohl schon etliche Schwingerfreunde gezogen. Man muss kein grosser Sachverständiger sein, um festzustellen, dass nicht alles rosig verlief. Dennoch: Ein deutlicher Aufwärtstrend ist erkennbar. Statt den Stab über dem ISV-Team zu brechen und voreilige Schlüsse zu ziehen, sprach der Schwinger-Blog mit Thedy Waser. Der Technische Leiter der Innerschweizer nahm zu fünf Stichworten eingehend Stellung.  

Thedy Waser ist der Technische Leiter der Innerschweizer Schwinger

(Bild: esv.ch)

Saison-Zwischenbilanz

Was für eine Saison-Zwischenbilanz ziehst du insgesamt vom ISV-Team?

Thedy Waser: «Ich ziehe eine gute Saison-Zwischenbilanz und ich bin zufrieden mit dem bisherigen Verlauf. Namhafte Schwinger kamen von Verletzungen zurück und bereichern nun wieder unser Team. Bei den Kantonalfesten kam bis aufs «Urner» der Sieger aus unseren Reihen. Bei den Bergfesten lief es uns, abgesehen vom Stoos-Schwinget, gut.»

Was fiel dir besonders positiv auf?

Waser: «Wir haben viele talentierte Nachwuchsleute wie beispielsweise Marc Lustenberger. Sie drücken nach und haben etliche gute Wettkämpfe gezeigt. Das hat mir sehr gefallen, und das ist für die Zukunft sehr wichtig.»

Was stach dir besonders negativ ins Auge?

Waser: «Von den Schwingern kann ich nichts Negatives berichten. Was mir ins Auge stach sind gewisse Medien mitsamt ihrer Berichterstattung. Sie kennen den Hintergrund einfach zu wenig und berichten dadurch auch zu wenig sachlich. Wenn ein Schwinger seine Leistung nicht bringt, spricht man gleich von einer grossen Krise. Alle, die eine Ahnung von Sport haben, wissen, dass solche Situationen einfach dazu gehören.»

Zuletzt liess sich ein deutlicher Aufwärtstrend bei den Innerschweizern erkennen. Würdest du diese Aussage unterschreiben?

Waser: «Ja, das hat man wirklich gesehen. Auch dank den Schwingern, welche zu Beginn noch verletzt waren oder denen die Praxis noch ein wenig fehlte. Sie kehren nun wieder sukzessive auf die Erfolgsstrasse zurück.»

Was sagst du zu den Leistungen deiner Schützlinge an den Kantonalschwingfesten?

Waser: «Es wurde gut geschwungen. Die bereits erwähnten Jungen drücken nach. Sie haben trotz der Corona-Pandemie ihre Arbeit gemacht. Aber auch die Arrivierten zeigten, dass sie ihre Hausaufgaben gemacht haben.»

Wie fällt deine Bilanz für die bisherigen Bergkranzfeste aus?

Waser: «Auf dem Stoos sind wir mit einer arg dezimierten Mannschaft angetreten, diverse Kräfte fehlten verletzungsbedingt. Trotzdem hatten wir einen Schwinger im Schlussgang. So gesehen haben wir das Optimum herausgeholt. Beim Schwarzsee holten wir vier Kränze und die Jungen wussten zu gefallen. Auf der Rigi holten wir den Festsieg und wieder vier Kränze. Leider mussten Reto Nötzli und Mike Müllestein das Fest aufgeben. Ich denke, wir haben das beste aus der Situation gemacht.»

Lesen Sie weiter - das gesamte Interview gibt es hier im Schwinger-Blog von Koni Schelbert auf feldwaldwiesenblog

(Koni Schelbert - Schwinger-Blog feldwaldwiesenblog.ch - Gast Blogger auf radiocentral.ch / Redaktion)


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