Irans Ex-Präsident Chatami kritisiert Unterdrückung von Protesten


News Redaktion
International / 07.12.22 10:30

Der frühere iranische Präsident Mohammed Chatami hat die heutige Führung des Landes vor einer weiteren Unterdrückung der seit fast drei Monaten andauernden Proteste gewarnt.

ARCHIV - Iraner protestieren gegen das Regime. Foto: Uncredited/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Uncredited)
ARCHIV - Iraner protestieren gegen das Regime. Foto: Uncredited/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Uncredited)

"Man sollte Sicherheit nicht als Vorwand nehmen, um Freiheit zu unterdrücken", wurde der islamische Geistliche von der Tageszeitung "Shargh" zitiert. Chatami mahnte, die Forderungen der Protestbewegung ernst zu nehmen. Sie fordere mit dem "schönen Slogan: Frau, Leben, Freiheit" eine bessere Zukunft. Die Politik sollte ihr die Hand reichen, "bevor es zu spät ist". Chatami war Präsident zwischen 1997 und 2005.

Auslöser der derzeitigen Proteste im Iran war der Tod der iranischen Kurdin Jina Mahsa Amini Mitte September. Sie starb in Polizeigewahrsam, nachdem sie wegen Verstosses gegen die islamischen Kleidungsvorschriften verhaftet worden war. Der Ex-Präsident wird dem Reformlager zugeordnet. Wegen seiner moderaten Ansichten ist der 79-Jährige der politischen Führung ein Dorn im Auge.

Beobachtern zufolge könnte Chatami jedoch eine wichtige Vermittlerrolle in der festgefahrenen politischen Situation einnehmen. Dennoch lehnen viele Menschen, die seit Wochen im Land auf die Strassen gehen, auch Positionen der Reformpolitiker ab. Ein Grossteil der Demonstranten hält Reformen für unmöglich und fordert einen Machtwechsel.

Auch Chatami wird insbesondere von jungen Anhängerinnen der Protestbewegung als "Mann des Systems" abgelehnt. Der Ex-Präsident befürwortet als islamischer Kleriker den Kopftuchzwang. Mitte November hatte er Forderungen nach einem politischen Systemwandel zurückgewiesen.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Apple, Amazon und Alphabet enttäuschen Börse mit Quartalszahlen
Wirtschaft

Apple, Amazon und Alphabet enttäuschen Börse mit Quartalszahlen

Die Tech-Riesen haben am Online-Boom in der Corona-Pandemie glänzend verdient. Doch inzwischen zeigen sich auch in ihrem Geschäft Schwächen. Das vergangene Quartal verlief für Apple, Amazon und die Google-Mutter Alphabet nicht optimal - aus verschiedenen Gründen.

Pentagon sichtet chinesischen Spionageballon über dem Norden der USA
International

Pentagon sichtet chinesischen Spionageballon über dem Norden der USA

Das US-Militär hat einen chinesischen Spionageballon über dem Norden der USA gesichtet. Der Ballon sei am Mittwoch über dem Bundesstaat Montana im Nordwesten der USA entdeckt worden, teilte das Pentagon am Donnerstag mit.

Kongress in Peru lehnt erneut Gesetzesvorlage für Neuwahl ab
International

Kongress in Peru lehnt erneut Gesetzesvorlage für Neuwahl ab

Perus Kongress steckt bei der Entscheidung über vorgezogene Wahlen nach der Amtsenthebung und Verhaftung von Ex-Präsident Pedro Castillo und gewaltsamen Protesten fest.

Möchtet ihr eure Liebsten mit einer Torte überraschen?

Möchtet ihr eure Liebsten mit einer Torte überraschen?

Die Bäcker und Confiseure der Kantone Luzern, Ob- und Nidwalden, Zug, Schwyz und Uri verwöhnen euch und eure Liebsten wieder mit süssen Leckereien! Möchtet ihr einen lieben Menschen mit einer Torte überraschen? Dann macht jetzt mit. Wir verlosen unter allen Teilnehmern 3 Gutscheine im Wert von je CHF 100.00 für eine Torte nach Wahl.