Italien öffnet seine Grenzen für Feriengäste wieder


Redaktion (allgemein)
International / 03.06.20 10:42

Nach rund drei Monaten mit strengen Coronavirus-Beschränkungen sind Italiens Grenzen wieder für Feriengäste geöffnet. Die Reisefreiheit gilt seit dem heutigen Mittwoch für Menschen aus den anderen 26 EU-Ländern sowie weiteren Staaten wie der Schweiz.

Italien öffnet seine Grenzen für Feriengäste wieder (Foto: KEYSTONE / EPA / IGOR KUPLJENIK)
Italien öffnet seine Grenzen für Feriengäste wieder (Foto: KEYSTONE / EPA / IGOR KUPLJENIK)

Eine Coronavirus-Quarantäne von zwei Wochen entfällt damit. Ausserdem dürfen die Italiener selbst wieder unbeschränkt zwischen den 20 Regionen hin- und herfahren.

Das Verlassen der eigenen Region war lange stark eingeschränkt gewesen. Bisher duften zum Beispiel Menschen aus Rom nur ausnahmsweise in die Toskana fahren. Sie mussten dann eine schriftliche Selbsterklärung über ihre wichtigen Gründe parat haben. Auch Ausländer durften während der Coronavirus-Sperren nur mit triftigem Grund einreisen, etwa wegen einer Arbeit.

Die neuen Lockerungen waren von vielen der 60 Millionen Bürger sehnsüchtig erwartet worden. Sie dürfen nun wieder Angehörige und Freunde besuchen, die weiter entfernt leben. Einige Politiker und Experten äusserten jedoch Bedenken, dass es dadurch wieder mehr Infektionen geben könnte.

In Italien sind die Regionen sehr unterschiedlich stark betroffen: In der Lombardei im Norden, wo das Virus am heftigsten gewütet hat, zählten die Behörden am Dienstag gut 20000 aktuell Infizierte, in Umbrien nur 31, in der Basilikata 24 und im Aostatal 13 Fälle. Manche Regionalpräsidenten hätten die Reisefreigabe für die Lombardei deshalb gerne noch etwas verzögert.

Italien ist von der Coronavirus-Pandemie in Europa früh und mit voller Wucht getroffen worden. Bisher starben dort seit Februar rund 33530 Menschen an oder mit der Covid-19-Krankheit. Am 10. März hatte die Regierung in Rom strenge Ausgangs- und Reisebeschränkungen verhängt. Diese Regeln wurden in mehreren Schritten gelockert. Mitte Mai hatte Rom die Reisefreigabe angekündigt. Die Ansteckungszahlen sind stark gesunken - sie lagen zuletzt teils unter den Werten in Deutschland.

Die Öffnung der Grenzen für europäische Touristen und die Bewegungsfreiheit innerhalb Italiens sind weitere Schritte in Richtung Normalität. Die Schulen sollen allerdings noch bis September geschlossen bleiben. Zudem gelten Kontaktbeschränkungen und Hygienevorschriften. Die Maskenpflicht ist regional unterschiedlich geregelt.

Italien wirbt stark um Touristen. Die Urlaubsbranche dort klagt über Milliardenverluste. Nach Angaben der Regierung steuert der Tourismus rund 15 Prozent zur Wirtschaftsleistung bei. Allerdings fliegen viele Fluggesellschaften das Land noch nicht so regelmässig an wie früher.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Coronavirus breitet sich in den USA weiter aus
International

Coronavirus breitet sich in den USA weiter aus

In den USA steigen die Infektionen mit dem Coronavirus weiter an. Gesundheitsexperten riefen vor dem Unabhängigkeitstag am Samstag mit seinen traditionellen Festen, Partys und Feuerwerken zu Vorsicht auf.

Lufthansa sieht keinen Zeitdruck bei Verkäufen von Firmenanteilen
Wirtschaft

Lufthansa sieht keinen Zeitdruck bei Verkäufen von Firmenanteilen

Nach dem milliardenschweren staatlichen Rettungspakt prüft die Lufthansa Verkäufe von Unternehmensteilen, will sich dabei aber nicht unter Zeitdruck setzen lassen. Dies kündigte Aufsichtsratschef Karl-Ludwig Kley im Gespräch mit dem "Handelsblatt" (Freitagausgabe) an.

Analyse in Zürich: Tempo 30 sorgt tatsächlich für mehr Ruhe
Schweiz

Analyse in Zürich: Tempo 30 sorgt tatsächlich für mehr Ruhe

Tempo 30 sorgt tatsächlich für mehr Ruhe. Dies zeigt eine Analyse von Stadt und Kanton Zürich auf neun Strecken in der Stadt Zürich. Ziel der Analyse war, die Diskussion "zu versachlichen".

Blocher verlangt rückwirkend 2,7 Millionen Franken Bundesratsrente
Schweiz

Blocher verlangt rückwirkend 2,7 Millionen Franken Bundesratsrente

Alt Bundesrat Christoph Blocher hat nachträglich beim Bund seine Bundesratsrente eingefordert, auf die er seit 2007 verzichtet hatte. Die Landesregierung gab seiner Forderung statt. Die Bundeskanzlei bestätigte am Freitagabend entsprechende Medienberichte.