Jahrestag des Massakers: "Mütter von Tian'anmen" wollen Gerechtigkeit


News Redaktion
International / 04.06.20 10:51

Angehörige der Opfer der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 in China haben eine gerechte Aufarbeitung dieses dunklen Kapitels der chinesischen Geschichte gefordert.

Studierende halten vor der Statue der
Studierende halten vor der Statue der "Säule der Schande" an der Universität Hongkong eine Schweigeminute, am Jahrestages der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 durch das Tiananmen-Regime in Peking. Foto: Kin Cheung/AP/dpa (FOTO: Keystone/AP/Kin Cheung)

In einem offenen Brief zum Jahrestag am Donnerstag forderten die Mütter von Tiananmen die chinesische Führung auf, ihr Schweigen zu brechen, die Archive zu öffnen und die Ereignisse zu erklären, die zum Tod ihrer Angehörigen geführt hätten, wie der US-Sender Radio Free Asia berichtete.

Bei dem Einsatz der Volksbefreiungsarmee gegen friedliche Demonstranten um den Platz des Himmlischen Friedens (Tiananmen) in Peking waren damals einige Hundert Menschen ums Leben gekommen. Die genaue Zahl ist bis heute nicht bekannt. Tausende wurden verletzt und inhaftiert. Auch 31 Jahre später ist das Thema in China ein Tabu.

Beobachter erinnerten angesichts der Drohung von US-Präsident Donald Trump, das Militär bei den Protesten in den USA einsetzen zu können, an die fatalen Folgen des damaligen Militäreinsatzes in China.

Während in China ein öffentliches Gedenken an die Opfer schon immer untersagt war, verbot die Polizei in Hongkong erstmals seit drei Jahrzehnten die jährliche Kerzenandacht in der chinesischen Sonderverwaltungsregion.

Als Grund wurden das Verbot von Versammlungen von mehr als acht Personen wegen der Corona-Pandemie genannt. Prodemokratische Aktivisten planten am Jahrestag dennoch verschiedene Aktionen über Hongkong verteilt.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Kein Glasturm: Notre-Dame wird originalgetreu wieder aufgebaut
International

Kein Glasturm: Notre-Dame wird originalgetreu wieder aufgebaut

berühmte Pariser Kathedrale Notre-Dame soll möglichst originalgetreu wieder aufgebaut werden. Damit hat sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron von seinen Plänen verabschiedet, beim Wiederaufbau auf eine "zeitgenössische architektonische Geste" zu setzen.

Russischer Gouverneur wegen angeblicher Mordaufträge in Haft
International

Russischer Gouverneur wegen angeblicher Mordaufträge in Haft

Ein Gericht in Moskau hat gegen den russischen Gouverneur Sergej Furgal wegen des Verdachts der Ermordung von Geschäftsleuten Untersuchungshaft angeordnet.

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 20 Jahren Haft verurteilt
International

Südkoreas Ex-Präsidentin Park zu 20 Jahren Haft verurteilt

Drei Jahre nach ihrer Amtsenthebung ist die frühere südkoreanische Präsidentin Park Geun Hye bei einer Neuverhandlung erneut zu einer langen Haftstrafe verurteilt worden.

Tausende Israelis demonstrieren gegen Corona-Politik der Regierung
Wirtschaft

Tausende Israelis demonstrieren gegen Corona-Politik der Regierung

Tausende von Israelis haben am Samstagabend in Tel Aviv gegen die Finanzpolitik der Regierung von Benjamin Netanjahu in der Corona-Krise demonstriert. Mehr als 10'000 Menschen nahmen an einer Grosskundgebung auf dem zentralen Rabin-Platz teil.