Jetzt setzt Nestlé auf personalisiertes Hundefutter


Roman Spirig
Wirtschaft / 29.07.19 12:00

Der Markt für Haustiernahrung gehört zu den strategischen Schwerpunkten des Nestlé-Konzerns. Eine interessante Nische bildet dabei "personalisiertes" Hundefutter, das heisst auf die individuellem Bedürfnisse eines bestimmten Tiers zugeschnittene Nahrung.

Symbolbild - Hund am Hundefutter-Napf (Foto: KEYSTONE / AP / STEPHEN J. BOITANO)
Symbolbild - Hund am Hundefutter-Napf (Foto: KEYSTONE / AP / STEPHEN J. BOITANO)

"Ich kann nicht in der Kristallkugel lesen, schliesslich gab es individualisiertes Tierfutter bis vor fünf Jahren nicht", sagte Bernard Meunier, bei der Nestlé-Haustiersparte für Europa, den Nahen Osten und Nordafrika zuständg, auf die Frage, welche Umsatzziele der Konzern mit dem personalisierten Hundefutter habe. "Auf alle Fälle hat der Markt aber eine glänzende Zukunft", so Meunier im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AWP.

Mit individualisierte Futter kommt Nestlé derzeit auf einige zehn Millionen Franken Umsatz - dies bei einem Gesamtumsatz der Nestlé-Haustierdivision von 12,8 Milliarden Dollar im Jahr 2018.

Der Nahrungsmittelkonzern, dessen Tierfutter unter der Dachmarke Purina verkauft wird, betrat die Nische für "personalisiertes" Futter, als es letztes Jahr eine Mehrheitsbeteiligung am Start-up Tails.com kaufte. Das englische Unternehmen ist der europäische Pionier in diesem Bereich und zählt mehr als 100'000 Kunden. "Nun sind wir gerade erst in Frankreich gestartet, und andere Märkte können folgen", sagt der Europa-Chef von Nestlé Purina Petcare.

Das Geschäftsmodell von Tails.com basiert auf der Heimlieferung von Trockenfutter, die der Kunde nach den spezifischen Bedürfnissen seines Tieres bestellt. Auf Wunsch kann zusätzlich auch Nassfutter geordert werden.

Der Käufer füllt zunächst ein Formular aus, um die spezifischen Bedürfnisse seines vierbeinigen Freundes zu definieren, basierend auf seinem Alter, seiner Rasse, seinem Gewicht, aber auch seinen Geschmacksvorlieben oder möglichen Allergien. Dann bestimmt ein Algorithmus genau die Zusammensetzung des Hundefutters. Dieses wird schliesslich in jener Menge nach Hause geliefert, welche das Tier 30 Tage ernähren soll.

Für Hunde gibt es ein personalisiertes Nahrungskonzept, nicht aber für Menschen? "Der Ansatz ist anders. Für den Menschen sind wir nicht dazu berufen, den gesamten Nährstoffbedarf zu decken", erklärt Meunier.

Das Geschäft mit individualisiertem Hundefutter entspricht der Strategie von Nestlé, sich auf wachstumsstarke Aktivitäten zu konzentrieren. Dazu gehören neben Tierfutter auch Wasser, Kaffee, Babynahrung und Produkte, welche die Gesundheit der Konsumenten fördern sollen. Tails.com spiegelt aber auch den Wunsch der Nestlé-Führung wider, sich stärker auf den direkten Zugang zu den Konsumenten auszurichten.

Die "personalisierte" Haustiernahrung bedient - anders als das Tierfutter, das in Supermärkten verkauft wird - das Premium- oder sogar das Superpremium-Segment. Laut verschiedenen Studien hat dieses Marktsegment in drei Jahren global gesehen ein Marktvolumen von rund hundert Milliarden Franken. Auch weist das Geschäft hohe Margen auf.

(sda)


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