Kanton Luzern integriert junge Flüchtlinge in Brückenangebot


News Redaktion
Regional / 13.12.22 17:21

Der Kanton Luzern öffnet die schulischen Brückenangebote für Jugendliche Flüchtlinge mit Schutzstatus S, nachdem der Bund diesen verlängert hat. Für leistungsstarke Schülerinnen und Schüler schafft er neu ein auf Sprachen ausgerichtetes Angebot.

Der Kanton Luzern schafft für leistungsstarke junge Flüchtlinge ein neues Brückenangebot. (FOTO: David Kunz/Keystone-SDA)
Der Kanton Luzern schafft für leistungsstarke junge Flüchtlinge ein neues Brückenangebot. (FOTO: David Kunz/Keystone-SDA)

Anfang November hatte der Bundesrat den Schutzstatus S bis März 2024 verlängert. Die Kantone sind für die Beschulung der jungen Flüchtlinge zuständig. Im Kanton Luzern wurden sie bislang in der Volksschule und in den Schulangeboten Asyl (SAA) unterrichtet.

Wie die Dienststelle für Berufs- und Weiterbildung am Dienstag mitteilte, haben zwischenzeitlich rund 20 Jugendliche das Sprachniveau A2 erreicht und sollen eine Anschlusslösung erhalten. Der Regierungsrat habe daher beschlossen, dass Jugendliche mit Schutzstatus S ab dem Schuljahr 2023/24 sogenannte Brückenangebote besuchen können.

Bei diesen Schulen, die in der Stadt Luzern und in Sursee geführt werden, handelt es sich um Übergangsangebote nach dem Ende der obligatorischen Schulzeit. Weil das ukrainische Bildungssystem stärker akademisch ausgerichtet ist, als das Schweizerische, richtet der Kanton ein weiteres Brückenangebot ein.

Dieses richtet sich an alle späteingereisten Jugendlichen bis 23 Jahre mit hohem schulischen Potential. Unterrichtet werden insbesondere Fremdsprachen, neben Deutsch auch Englisch und Italienisch, wie es beim Kanton auf Anfrage hiess.

Mit dem neuen Angebot wolle man den jungen Menschen im Falle einer Rückkehr die Wiedereingliederung ins ukrainische Bildungssystem ermöglichen. Auch für eine mittel- und langfristige Integration seien frühzeitige Massnahmen wichtig.

Eine Berufslehre ist für Menschen mit Schutzstatus S heute nicht zugelassen. Der Kanton werde die Situation in etwa einem Jahr neu beurteilt, wenn erste Lernende aus dem Brückenangebot vor der Frage ihrer beruflichen Zukunft stehen.

Die SP forderte am Dienstag mit einem Postulat den Regierungsrat auf, "seinen Entscheid gegen die Berufslehre zu überdenken". Für Personen mit S-Status sei eine Berufslehre ein "schneller Weg in die finanzielle Unabhängigkeit und eine gute Integration". Sie könnten auch beim Wiederaufbau der kriegszerstörten Ukraine wertvoll sein.

(sda)


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