Kanton Luzern schliesst 3 Asylzentren und baut 14,5 Stellen ab


Roman Spirig
Regional / 03.07.18 15:46

Per Ende Jahr schliesst der Kanton Luzern drei Asylzentren, zwei davon vorzeitig. Er baut damit 230 Plätze ab, um keine Betten auf Vorrat zu betreiben. 19 Mitarbeitende sind vom Abbau betroffen. Hintergrund sind die rückläufigen Asylgesuche.

Kanton Luzern schliesst 3 Asylzentren und baut 14,5 Stellen ab
Kanton Luzern schliesst 3 Asylzentren und baut 14,5 Stellen ab

In den Zentren entstehe eine Überkapazität an Unterbringungsplätzen. Die Auslastung liege derzeit noch bei rund 85 Prozent, teilte das Gesundheits- und Sozialdepartement am Dienstag mit. 2015 wies der Bund dem Kanton Luzern im Durchschnitt 160 Personen pro Monat zu, 2016 waren es noch 80, im laufenden Jahr sind es bisher noch durchschnittlich 40.

Mit der Neustrukturierung des Asylwesens auf Bundesebene ab März 2019 werden die Kantone nochmals weniger Asylsuchende unterbringen müssen, weil nur noch Asylsuchende im erweiterten Verfahren auf die Kantone verteilt werden. Der Kanton Luzern geht davon aus, dass statt aktuell 825 Zentrumsplätze dereinst noch 400 bis 500 nötig sind.

Auf den 31. Dezember werden daher das Durchgangszentrum Hirschpark Luzern mit 100 Unterbringungsplätzen und das Aufenthaltszentrum Oberkirch mit 50 Plätzen frühzeitig geschlossen. Wie geplant stellt auch das AZ Löwen in Ebikon mit 80 Plätzen Ende Jahr den Betrieb ein. Dies bedeutet einen Abbau von 14,5 Vollzeitstellen. Betroffen sind 19 Mitarbeitende. Im Bereich Zentren arbeiten aktuell 91 Personen in 71,45 Vollzeitstellen, wie Silvia Bolliger, Leiterin Dienststelle Asyl- und Flüchtlingswesen, auf Anfrage sagte.

Der Stellenabbau soll soweit möglich durch natürliche Fluktuation aufgefangen werden. Diese sei in sozialen Berufen erfahrungsgemäss eher höher, sagte Bolliger. Unter den Betroffenen habe es auch solche, die andernorts innerhalb der Dienststelle eingesetzt werden könnten. Bei internen Vakanzen werden die vom Stellenabbau betroffenen Mitarbeitenden prioritär berücksichtigt.

Das Gebäude des DGZ Hirschpark Luzern, das sich auf dem Spitalareal befindet, wird für eine neue Nutzung auf den 1. Januar 2019 frei gegeben. Die Unterkunftsplätze in Oberkirch gehen bis längstens 31. Juli 2021 in die strategische Unterbringungsreserve über. Bei Bedarf könnten sie kurzfristig reaktiviert werden.

Aktuell verfügt der Kanton Luzern über 825 Plätze in neun Asylzentren. Nach Schliessung der drei Zentren mit total 230 Plätzen bestehen noch 595 Unterbringungsplätze in sechs Zentren.

Ende Juni war publik geworden, dass sich der Kanton Luzern per sofort vom Abteilungsleiter der Asylzentren trennt. Dies stehe nicht im Zusammenhang mit den nun angekündigten Schliessungen, sagte Bolliger.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Streit um Finanzausgleich in Schwyz: Bericht
Regional

Streit um Finanzausgleich in Schwyz: Bericht "Finanzen 2020“ abwarten

Der Schwyzer Kantonsrat hat zwei SP-Motionen zum innerkantonalen Finanzausgleich eine deutliche Abfuhr erteilt. Die Anliegen der Vorstösse seien bereits in das Projekt "Finanzen 2020" aufgenommen worden.

Bundesrat will die Einfuhr von problematischem Gold nicht verbieten
Schweiz

Bundesrat will die Einfuhr von problematischem Gold nicht verbieten

Gold wird oft unter menschenrechtswidrigen Bedingungen geschürft. Der Bundesrat will die Einfuhr von solchem Gold jedoch nicht verbieten. Er setzt auf freiwillige Massnahmen der Branche und mehr Transparenz.

Djokovic mit der nächsten Gala
Sport

Djokovic mit der nächsten Gala

Novak Djokovic scheint an den ATP Finals in London nicht zu stoppen. Der Weltranglisten-Erste gewinnt auch sein zweites Spiel deutlich. Er deklassierte den Deutschen Alexander Zverev 6:4, 6:1 .

Entdeckter Krater zeigt: Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland
International

Entdeckter Krater zeigt: Ein riesiger Meteorit traf einst Grönland

Unter Grönlands Eisschild liegt ein riesiger Einschlagkrater, der womöglich erst vor rund 12'000 Jahren entstanden sein könnte. Entdeckt und untersucht hat ihn ein Forschungsteam mit Beteiligung der Universität Freiburg.