Kanton St. Gallen hat die Förderung von Solarwärme eingestellt


Roman Spirig
Regional / 13.12.22 13:00

Im Kanton St. Gallen ist die Förderung von Solarwärme auf Wohnbauten wegen der schwindenden Nachfrage 2021 eingestellt worden. Dies geht aus einer aktuellen Antwort der Regierung auf einen Vorstoss der Grünen-Fraktion hervor.

Kanton St. Gallen hat die Förderung von Solarwärme eingestellt (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Kanton St. Gallen hat die Förderung von Solarwärme eingestellt (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

Ab 2008 war im Kanton St. Gallen die Installation von thermischen Solarkollektoren auf Wohnbauten gefördert worden. Die Zahl der Zusicherungen habe sich bis im Jahr 2011 rasch auf 630 Anlagen erhöht, heisst es in der Stellungnahme der Regierung zu einem Vorstoss der Grünen. Danach sei die Nachfrage aber stark gesunken. 2020 hätten noch 40 Anlagen Fördergelder erhalten.

Die tiefe Nachfrage zeige, "dass thermische Solarkollektoren sich im Markt nicht durchsetzen konnten", argumentiert die Regierung. Diese Anlagen hätten deshalb "in der kantonalen Energieförderung keine Priorität mehr".

Die Grünen hatten in ihrem Vorstoss die Vorteile von Solarwärmeanlagen hervorgehoben. Es handle sich um eine erneuerbare Energiequelle mit hoher Wertschöpfung im Inland, die zu einer unabhängigeren und umweltfreundlicheren Energieversorgung beitrage.

Unter anderem werde damit Strom eingespart, weil Warmwasser nicht mit elektrischer Energie aufbereitet werden müsse. Falls Öl und Gasheizungen nicht sofort ersetzt würden, könne damit der Verbrauch von fossiler Energie gesenkt werden.

Für die Regierung gibt es aber keine Hinweise, dass bei der Solarthermie Entwicklungen einsetzen, "die dieser Technologie einen Schub verleihen würden". Der mit Fotovoltaik produzierte Strom sei vielfältiger einsetzbar als das durch Solarthermie erhitzte Wasser. Das kantonale Energieförderprogramm spiegle die Marktentwicklung und die Rolle der beiden Technologien, heisst es weiter.

(sda)


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