Kanton Uri fördert Französischkenntnisse an der Schule stärker


Roman Spirig
Regional / 13.08.19 09:33

Die Urner Schülerinnen und Schüler sollen ab 2021 besser französisch lernen. Der Erziehungsrat hat zu diesem Zweck beschlossen, eine zusätzliche Lektion, ein Obligatorium und ein neues Lehrmittel einzuführen. Die Kosten dafür lassen sich noch nicht genau beziffern.

Kanton Uri fördert Französischkenntnisse an der Schule stärker (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)
Kanton Uri fördert Französischkenntnisse an der Schule stärker (Foto: KEYSTONE / JEAN-CHRISTOPHE BOTT)

In der 2. Oberstufe erhöht der Rat die Wochenlektionen für Französisch von vier auf fünf und nimmt dazu eine zusätzliche Lektion in die Stundentafel auf. Alle A-Schülerinnen und -Schüler müssen zudem ab dem 1. August 2021 in der 3. Oberstufe obligatorisch das Fach Französisch belegen.

Bislang können sie in der letzten Klasse Französisch und Englisch abwählen. Das wirke sich auf die Leistungen in der Berufsschule aus, hiess es bei der Urner Bildungsdirektion am Dienstag auf Anfrage. Zudem habe jenen, die sich für eine Berufsmatura entschieden, eine Französischnote gefehlt, was Aufnahmeprüfungen zur Folge hatte.

Pro zusätzlicher Lektion und Klasse rechne man mit rund 4500 Franken. Bislang enthält die Wochenstundentafel auf der 2. Oberstufe 34 bis 35 Lektionen, wovon eine als Fachlektion eingesetzt werden kann, etwa als zusätzliche Mathestunde oder für spezielle Projekte.

Aktuell führen acht der zehn Oberstufenschulen im Kanton eine Fachlektion. Diese wird zwar beibehalten, die Lektionenzahl erhöht sich somit auf 35 bis 36. Weil die Fachlektion aber künftig zulasten der zusätzlichen Französischlektion entfallen könnte, sind die finanziellen Auswirkungen des Erziehungsratsentscheids noch nicht klar. Beim Kanton, der sich über die Schülerpauschale an den Kosten beteiligt, rechnet man für sämtliche Gemeinden mit Mehrkosten von 50'000 bis 70'000 Franken.

Neben dem Einsatz eines neuen Lehrmittels kommen zwei Begleitmassnahmen zur Anwendung. Die kantonale austauschverantwortliche Person erhöht ihr Pensum und in den nächsten Jahren liegt der Fokus bei der Lehrerinnen- und Lehrerweiterbildung auf Französisch.

Die Fremdsprachenevaluation der Bildungsdirektoren-Konferenz Zentralschweiz (BKZ) hatte 2016 gezeigt, dass im Sprechen und Hören nur ein kleiner Teil der Schülerinnen und Schüler der Zentralschweiz die Lehrplanziele erreichten. Im Lesen und Schreiben war es immerhin gut ein Drittel.

Der Kanton Uri kennt als einziger in der Zentralschweiz keinen Französischunterricht an der Primarschule. Die Änderungen treten erst 2021 in Kraft, weil der Kanton einerseits Zeit brauche, um das neue Lehrmittel anzuschaffen. Anderseits ist es laut der Bildungsdirektion nicht einfach, Französischlehrpersonen in Uri zu finden.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Greta Thunberg:
Schweiz

Greta Thunberg: "Hört auf die Wissenschaftler"

Greta Thunberg war Gast in einer Talkrunde am Dienstagmorgen am WEF. Seit über einem Jahr streikt die mittlerweile 17-jährige Schwedin für das Klima. Der Moderator fragte sie, was sie sich für die nächsten eineinhalb Jahre wünscht. Darauf sagte sie, dass man beginne solle, auf die Wissenschaftler zu hören.

Liverpool versüsst sich Sieg gegen Erzrivale United mit Rekorden
Sport

Liverpool versüsst sich Sieg gegen Erzrivale United mit Rekorden

Der FC Liverpool überstand in der 23. Runde der Premier League auch das heisse Duell mit dem grossen Rivalen Manchester United unbeschadet. Nach dem 1:1 im Hinspiel in Manchester siegten die Reds daheim mit 2:0.

Wichtige Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz
International

Wichtige Wendepunkte für einen ausreichenden Klimaschutz

Auf jedem Produkt sollten Angaben zum CO2-Ausstoss stehen. Mehr Geld müsste in alternative Energien fliessen und Klimaschutz eine soziale Norm werden. Forscher zeigen Wege für einen echten Wandel beim Klimaschutz.

Ambri mehrere Wochen ohne Fabio Hofer
Sport

Ambri mehrere Wochen ohne Fabio Hofer

Der HC Ambri-Piotta muss im Kampf um einen Playoff-Platz mehrere Wochen ohne den Österreicher Fabio Hofer auskommen. Der 28-jährige Stürmer erlitt eine Verletzung am rechten Knöchel und muss drei bis vier Wochen pausieren.