Kanton Zürich lagert Reparatur-Überprüfung an private Garagen aus


News Redaktion
Schweiz / 14.06.21 10:51

Die zweite Fahrt zum Strassenverkehrsamt fällt im Kanton Zürich ab August weg. Ab dann können Autofahrerinnen und Autofahrer die Reparaturen, die vom Strassenverkehrsamt angeordnet wurden, auch bei einer privaten Garage bestätigen lassen. Die Fahrzeugkontrolle bleibt aber in staatlichen Händen.

Zürcher Autobesitzer können sich die zweite Fahrt zum Strassenverkehrsamt künftig sparen. Auch private Garagen dürfen die angeordneten Reparaturen bestätigen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)
Zürcher Autobesitzer können sich die zweite Fahrt zum Strassenverkehrsamt künftig sparen. Auch private Garagen dürfen die angeordneten Reparaturen bestätigen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/URS FLUEELER)

Für Sicherheitsdirektor Mario Fehr (SP) ist es eine gute Lösung für alle Seiten: Die Bevölkerung profitiere von kürzeren Wegen, weil die zweite Fahrt zu einem der sechs Strassenverkehrsämter wegfällt, und die Garagen könnten eine wichtige Dienstleistung anbieten.

Ab August dürfen die Garagen dem Strassenverkehrsamt selber melden, ob die verlangten Mängel behoben sind. Gemäss einer Mitteilung der Sicherheitsdirektion vom Montag ist aber nicht jede Garage dazu berechtigt. Gestartet werde mit rund 200 Betrieben, welche vom Autogewerbe-Verband überprüft wurden. Sie würden die hohen Anforderungen an Sicherheit und Qualität erfüllen.

Eine Liste der berechtigten Garagen wird Ende Juli auf der Website des Zürcher Autogewerbe-Verbandes aufgeschaltet. Für die Strassenverkehrsämter bedeutet dies zwar etwas weniger Arbeit. Bei ihnen ändert aber nichts. Alle Standorte bleiben bestehen.

Diese Änderung geht auf einen Vorstoss von GLP, FDP und SVP im Zürcher Kantonsrat zurück. Diese Parteien wollten ursprünglich sogar die ganze Fahrzeugkontrolle an private Garagen delegieren, nicht nur die Reparatur-Kontrolle.

Bei Mitunterzeichner Christian Müller (FDP, Steinmaur) war die Motivation klar erkennbar: Er ist Inhaber von mehreren Garagen und Präsident des Zürcher Autogewerbe-Verbandes.

Für die linke Ratsseite war die geforderte Selbstkontrolle der Branche aber eine Lachnummer. Die Autobranche habe in der Vergangenheit genügend gezeigt, dass sie nicht vertrauenswürdig sei, Stichwort Dieselskandal.

Die Fahrzeugprüfung müsse deshalb unbedingt von einer unabhängigen Stelle ohne Interessen vorgenommen werden. Der Auto-Check sei eine Staatsaufgabe. Sicherheitsdirektor Fehr kündigte daraufhin an, dennoch ein Stück weit auf den Vorstoss einzugehen, was er mit diesem neuen Reparatur-Bestätigungsverfahren nun macht.

Zürich ist mit diesem neuen Ablauf kein Pionier. Auch im Kanton St. Gallen werden die Reparaturen bereits von Garagisten überprüft.

(sda)


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