Kanton Zürich zieht Hochqualifizierte an - Familien wandern ab


News Redaktion
Schweiz / 16.06.21 11:00

Der Kanton Zürich zieht Studierende und hochqualifizierte Arbeitskräfte aus der ganzen Schweiz an. Gleichzeitig kehren Familien mit Kindern und Pensionierte dem Kanton den Rücken, wie eine Analyse des Statistischen Amts ergibt.

Der Kanton Zürich ist attraktiv für Hochqualifizierte aus der übrigen Schweiz. Familien und Pensionierte kehren dem Kanton dagegen eher den Rücken. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Der Kanton Zürich ist attraktiv für Hochqualifizierte aus der übrigen Schweiz. Familien und Pensionierte kehren dem Kanton dagegen eher den Rücken. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Insgesamt ist die Zahl derjenigen, die von einem Kanton in den anderen umziehen, seit den 60er Jahren zurückgegangen. So verlegten 8,5 Prozent der Menschen in den fünf Jahren zwischen 1966 und 1970 ihren Wohnsitz in einen anderen Kanton. Jüngst macht diese Binnenwanderung nur noch 5,5 Prozent aus, wie das Statistische Amt des Kantons Zürich am Mittwoch mitteilte.

Grund für den Rückgang ist vor allem der Ausbau der Verkehrsinfrastruktur. Heute ist das Pendeln zwischen Wohn- und Arbeitsort auch dann möglich, wenn dazwischen grössere Strecken liegen. Ein Umzug ist daher unnötig. Durch die Dezentralisierung von Hochschulen ist bei der Binnenwanderung der Anteil von Menschen im Ausbildungsalter besonders stark gesunken.

Nur die Bevölkerung im Erwerbsalter zwischen 25 und 64 wandert heute häufiger zwischen den Kantonen. Dies liegt daran, dass Personen mit einem Abschluss an Universitäten, Fachhochschulen oder mit höherer Berufsbildung seit jeher öfter den Kanton wechseln als solche ohne. Weil der Anteil der Hochqualifizierten in den vergangenen 50 Jahren von 12 auf 36 Prozent gestiegen ist, wirkt sich dies auf die Binnenwanderung aus.

Was sich dagegen kaum verändert hat, ist das räumliche Muster. Noch immer gehören der Kanton Zürich sowie die nördlich, westlich und südlich angrenzenden Kantone zu den bevorzugten Zielen von Wanderungen innerhalb der Schweiz.

Die regionalen Bevölkerungsverluste oder -gewinne durch die Binnenmigration haben sich in den vergangenen Jahrzehnte verringert. Die Zu- und Abwanderungsströme gleichen sich auf kantonaler Ebene immer mehr aus, wie das Statistische Amt schreibt. Ausser in den Bergregionen sei die Binnenwanderung kein demografischer Faktor mehr.

Anders sieht es mit der sozioökonomischen Zusammensetzung der Bevölkerung aus. Der Kanton Zürich zieht Studierende und hochqualifizierte Arbeitskräfte an und schöpft aus dem wirtschaftlichen Entwicklungspotenzial der Schweiz. Andererseits wandern Familien in die Nachbarkantone ab.

Neben Familien ziehen auch viele Pensionierte aus Zürich in andere Kantone. Dabei bevorzugen sie vor allem periphere Gegenden, die landschaftlich schön sind und niedrige Wohnkosten haben. Während der Kanton Zürich so junges Entwicklungspotential aus der übrigen Schweiz gewinnt und Senioren verliert, trifft in den Bergkantonen das Umgekehrte zu.

(sda)


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