Kaum Kritik am neuen Verwaltungsgebäude im Luzerner Kantonsrat


News Redaktion
Regional / 21.06.21 16:10

Das neue Verwaltungsgebäude für die Luzerner Kantonsangestellten hat eine weitere Hürde genommen: Das Parlament hat für den Neubau auf dem Seetalplatz in Emmenbrücke 177,4 Millionen Franken gesprochen. Im November können die Stimmberechtigten dazu Stellung nehmen.

So soll das neue Verwaltungsgebäude auf dem Seetalplatz in Emmenbrücke aussehen. (FOTO: Kanton Luzern)
So soll das neue Verwaltungsgebäude auf dem Seetalplatz in Emmenbrücke aussehen. (FOTO: Kanton Luzern)

Heute arbeiten die Luzerner Kantonsangestellten in vielen, oft zugemieteten Büros, die über die ganze Stadt Luzern verteilt sind. Neu sollen der Grossteil von ihnen im selben Bürogebäude arbeiten. Der Kanton will mit der Zentralisierung jährlich 9 Millionen Franken sparen.

Der geplante Neubau ist für 1450 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter konzipiert, er wird aber nur 932 Arbeitsplätze haben. Die Angestellten sollen vermehrt auch flexibel und von zu Hause aus arbeiten.

FDP-Sprecherin Sabine Wermelinger sagte, dass mit dem geplanten Bürokonzept die Büroflächen besser ausgenutzt werden könnten als heute. Mit neuen Arbeitsformen wie Home-Office könne auch der Pendlerverkehr reduziert werden.

Josef Wyss (CVP) lobte den Regierungsrat dafür, dass er auf coronabedingte Veränderungen in der Arbeitswelt reagiert habe und diese in das Projekt Seetalplatz eingeflossen seien. Die geplante Infrastruktur lasse es auch zu, dass auf künftige Entwicklungen reagiert werden könne.

Franz Gisler (SVP) kritisierte, dass die Dienststelle Landwirtschaft und Wald (Lawa) von Sursee nach Emmenbrücke verlegt werden solle. Dieses Amt gehöre auf die Landschaft, sagte er. Mit dieser Kritik blieb die SVP aber alleine. Der Umzug bringe für das Lawa Vorteile, weil es mit anderen Dienststellen räumlich zusammenrücke, hiess es.

Das Verwaltungsgebäude wird von Losinger Marazzi AG realisiert. Es bildet ein Dreieck von rund je hundert Meter Seitenlänge. Die Verwaltung wird fünf Geschosse einnehmen. Dazu kommen Wohnungen, Restaurants, Läden und ein Polizeiposten.

Das Gebäude wird über den Wärmeverbund Seetalplatz mit Kälte und Wärme versorgt. Es wird nach den Vorgaben von Minergie-P-ECO realisiert und auch über Fotovoltaikpanels verfügen.

András Özvegyi (GLP) sagte, das geplante Gebäude zeige einen modernen Kanton Luzern, zeige diesen aber auch als attraktiven Arbeitgeber. Solche Projekte seien gerade in der Krise wichtige Zeichen, sagte Peter Fässler (SP).

Nicht ganz zufrieden waren die Grünen. Judith Schmutz forderte, dass der Kanton mit dem Bau eine Vorreiterrolle übernehme, etwa bezüglich Ökologie. Weil dies nicht der Fall sei, werde sich die Mehrheit der Fraktion der Stimme enthalten. Der Kredit wurde mit 104 zu 0 Stimmen bei 9 Enthaltungen beschlossen.

(sda)


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