Kein 3. Pieks: Schweiz sieht vorerst vor Auffrischungsimpfung ab


Roman Spirig
Schweiz / 14.09.21 15:58

In der Schweiz gibt es vorerst keine Auffrischungsimpfungen zum Schutz gegen das Coronavirus. Einzig schwer Immunsupprimierten etwa nach einer Organtransplantation wird sie verabreicht. Der Impfschutz gegen schwere Infektionen bei den anderen reicht aus.

Kein 3. Pieks: Schweiz sieht vorerst vor Auffrischungsimpfung ab (Foto: KEYSTONE/Ti-Press / PABLO GIANINAZZI)
Kein 3. Pieks: Schweiz sieht vorerst vor Auffrischungsimpfung ab (Foto: KEYSTONE/Ti-Press / PABLO GIANINAZZI)
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Den Schutz der Geimpften gelte es differenziert zu betrachten, sagte Christoph Berger, der Präsident der Eidgenössische Kommission für Impffragen (Ekif), am Dienstag vor den Bundeshausmedien. Zuerst einmal bilde die Menge von Antikörpern in den Schleimhäuten eine Abwehrbarriere.

Deren Anzahl gehe mit zunehmendem zeitlichem Abstand von der Impfung zurück. So könne eine leichtere Infektion auftreten. Die tiefer liegenden Körperzellen etwa in der Lunge seien hingegen weiterhin geschützt. Schwere Krankheitsverläufe blieben damit aus. Das Immungedächtnis wehre dort die Coronaviren ab. Das gelte auch für die Delta-Mutation.

Wenn die Impfung nicht mehr ausreichend wirken würde, könnte man immer noch mit einer dritten Dosis reagieren. Berger nimmt aber nicht an, dass das schon in ein oder zwei Monaten der Fall ist.

Eine Auffrischung könnte sich für bestimmte Personengruppe aufdrängen. Zuerst müsse man indessen mehr wissen. 90 Prozent der in den Intensivstationen liegenden Covid-Patientinnen und -Patienten seien ungeimpft. Es gebe also keinen Hinweis dafür, dass Geimpfte schwer krank werden, sagte Berger.

Da die ersten im Januar seit einem Jahr geimpft sind, wird die Impfkommission die Lage aufmerksam beobachten. Die Auffrischungsimpfung sei im übrigen noch nirgends in Europa zugelassen, erklärte Berger.

(SDA / Redaktion)


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