Kein Ansturm auf das Präsidium der SVP vor Kadertagung - Aeschi und Martullo wollen weiterhin nicht


Roman Spirig
Schweiz / 10.01.20 13:43

Die SVP stellt an ihrer Kadertagung in Horn TG die Weichen für die künftige personelle und inhaltliche Ausrichtung der Partei. Papabili für die Nachfolge von Parteipräsident Albert Rösti warten vor einem Entscheid den Ausgang des Treffens ab.

Kein Ansturm auf das Präsidium der SVP vor Kadertagung (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)
Kein Ansturm auf das Präsidium der SVP vor Kadertagung (Foto: KEYSTONE / WALTER BIERI)

Im Vorfeld der traditionellen Bad Horn-Tagung der SVP-Spitze blieben klare Bekenntnisse oder Zusagen weitestgehend aus. Als Favoriten gelten derzeit der Schwyzer Nationalrat und Landwirt Marcel Dettling und der Zürcher Nationalrat und Banker Thomas Matter. Beide wollen erst nach Bad Horn informieren, ob sie für eine Kandidatur zur Verfügung stehen. Als interessiert gilt auch die Baselbieter Nationalrätin Sandra Sollberger.

Dafür hagelte es seit Röstis Rücktrittsankündigung im Dezember Verzichtserklärungen. Als vorerst letzter der bisher genannten Kandidaten mit Chancen hat sich der junge St. Galler Nationalrat Mike Egger am Freitag aus dem Rennen genommen.

Er könne die für das Amt nötige Zeit aktuell nicht aufbringen und wolle sich auf sein Nationalratsmandat, seine berufliche Tätigkeit beim Fleischverwerter Micarna sowie auf seine Weiterbildung konzentrieren, teilte Egger per Communiqué mit.

Kein Thema ist das SVP-Präsidium auch für die Bündner Nationalrätin Magdalena Martullo-Blocher und Fraktionschef Thomas Aeschi (ZG). Abgewinkt hat auch die St. Galler Nationalrätin und Unternehmerin Diana Gutjahr.

Auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA teilte sie mit, sie stehe für eine Kandidatur nicht zur Verfügung und wolle sich auf die Führung ihres Stahl- und Metallbauunternehmens gemeinsam mit ihrem Mann sowie das Präsidium der Stahlpromotion Schweiz konzentrieren.

Die Luzerner Nationalrätin Yvette Estermann hat sich zwar Gedanken gemacht über eine Kandidatur, wie sie auf Anfrage mitteilte. Sie sei aber zum Entschluss gekommen, "dass es offenbar jemand sein muss, der gute Beziehungen zu Herrliberg hat". Und das sei "garantiert" nicht sie.

Für Kommentatoren geht es an der Tagung am Bodensee nicht nur um eine reine Personalie, sondern um die Konsolidierung des Machtgefüges in der Partei. Der Parteileitungsausschuss wollte am Freitagmorgen über den Auswahlprozess für die Nachfolge von Rösti entscheiden. Die Wahl des neuen Präsidenten oder der neuen Präsidentin wird an der Delegiertenversammlung vom 28. März erfolgen.

(sda)


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