Kein Kompetenzzentrum zur Rettung von im Ausland Verunfallten


Roman Spirig
Regional / 10.09.19 11:05

Ein Kompetenzzentrum zur Personenrettung im Ausland ist im Luzerner Kantonsrat auf wenig Begeisterung gestossen. Das Parlament hat eine Motion abgelehnt, die eine Standesinitiative verlangte zur Schaffung einer solchen Stelle auf Bundesebene.

Symbolbild - Rettungsdienst (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)
Symbolbild - Rettungsdienst (Foto: KEYSTONE / CHRISTIAN BEUTLER)

Der Kantonsrat sprach sich mit mit 86 zu 17 Stimmen bei 2 Enthaltungen gegen den Vorstoss von Bernhard Steiner (SVP) aus. Dieser hatte argumentiert, in den vergangenen Jahren sei die Zahl der Schweizer, die im Ausland verunfallten oder erkrankten, stetig gestiegen. Er illustrierte sein Ansinnen mit Ausführungen eines Falles aus der eigenen Familie.

Das geforderte Kompetenzzentrum sollte Hilfe und Unterstützung vor Ort anbieten, die Rettung und Spitaleinweisung koordinieren, medizinische und ärztliche Hilfestellung im Austausch mit den Ärzten vor Ort sicherstellen und für die Patienten die Kostengutsprache vor Ort regeln. Es solle auch die Verlegung in ein Zentrumsspital oder die Repatriierung regeln.

Die Regierung lehnte die Motion ab, ein solches Kompetenzzentrum sei unnötig und unverhältnismässig. Alle namhaften Versicherungen sowie die Rega seien für Notfälle im Ausland rund um die Uhr erreichbar. Gesundheitsdirektor Guido Graf sagte, für ein solches Zentrum bräuchte es bilaterale Verträge mit allen Ländern. Das sei kaum realisierbar.

Die SVP-Fraktion stellte sich hinter die Motion. "Zu teuer", hiess es dagegen bei der FDP, nicht schneller oder besser als bestehende Organisationen, lautete das Fazit der CVP. Auch die Grünen lehnten die Motion ab, es solle nicht etwas Neues geschaffen, sondern bestehende Angebote besser koordiniert werden.

(sda)


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