Keine Rennen in Kranjska Gora - Kilde Gesamtweltcup-Sieger


News Redaktion
Sport / 12.03.20 10:23

Das Coronavirus lässt auch die letzten Weltcup-Rennen der Männer in Kranjska Gora nicht zu. Aleksander Kilde gewinnt als vierter Norweger den Gesamtweltcup.

Aleksander Kilde gewinnt als vierter Norweger den Gesamtweltcup (FOTO: KEYSTONE/AP/Giovanni Auletta)
Aleksander Kilde gewinnt als vierter Norweger den Gesamtweltcup (FOTO: KEYSTONE/AP/Giovanni Auletta)

Diese Absage überrascht nun wirklich nicht mehr. Kranjska Gora, wo am Samstag ein Riesenslalom und am Sonntag ein Slalom im Programm gestanden hätten, liegt nur rund zehn Kilometer von der Grenze zu Norditalien entfernt, zu jenem Gebiet, in dem das Coronavirus europaweit am meisten Auswirkungen zeigt. Tags zuvor wurde bereits die Saison der Frauen vor den Rennen in Are abgebrochen, nachdem eine Person im Weltcup-Tross positiv auf das Virus getestet worden war. Laut den Organisatoren von Kranjska Gora hielt man sich beim Entscheid an die Empfehlungen der FIS und der nationalen Gesundheitsbehörde in Slowenien.

Kilde gewinnt die grosse Kristallkugel vor Alexis Pinturault und Henrik Kristoffersen. Der Franzose und Kildes Landsmann waren vor Saisonbeginn als erste Anwärter auf die Nachfolge des zurückgetretenen Marcel Hirscher gehandelt worden. Pinturault gewann sechs Rennen und Kristoffersen drei, beide liessen jedoch die Konstanz vermissen, die beim achtfachen Gewinner aus Österreich stets der grösste Trumpf war. Ihre Leistungen waren zu schwankend, um am Ende ganz vorne zu sein.

Für Pinturault ist das Saisonende zum jetzigen Zeitpunkt besonders bitter. Der 28-Jährige wurde im Gesamtweltcup im letzten Rennen, in der Abfahrt in Kvitfjell, von Kilde überholt und sah sich nun um die Chance gebracht, Kilde in den technischen Rennen in Kranjska Gora noch abzufangen. Sein Rückstand in der vorgezogenen Endabrechnung beträgt 54 Punkte. Nachvollziehbar, aber schwer zu akzeptieren sei die Absage, befand Pinturault in einer ersten Reaktion. Während der Franzose mit der kleinen Kristallkugel in der Kombination vorliebnehmen muss, bleiben Kristoffersen immerhin deren zwei für die Disziplinensiege im Slalom und Riesenslalom.

Kildes Sieg auf die Schwächen seiner Konkurrenten zu reduzieren, wäre nicht gerecht. Kilde siegte diesem Winter zwar nur einmal, im Super-G in Saalbach-Hinterglemm. Er, der in jüngeren Jahren zu oft über dem Limit fuhr, fand aber die richtige Balance zwischen Risiko und Dosierung und lieferte in fünf Disziplinen Spitzenergebnisse ab. Vor allem im Riesenslalom waren die Fortschritte des 27-jährigen Vielstarters, der mit Ausnahme der Slaloms alle Rennen bestritt, frappant. Fünf Klassierungen unter den ersten sechs zeugen von seinen Allrounder-Qualitäten.

Kilde, der sich mit 15 Jahren für eine Karriere als Skirennfahrer und gegen den Fussball entschied, tritt als Gesamtweltcup-Sieger in die Fussstapfen der ganz Grossen seines Landes. Kjetil-André Aamodt hatte die grosse Kugel 1994 gewonnen, Lasse Kjus 1996 und 1999 und Aksel Lund Svindal 2007 und 2009. Es fühlt sich unwirklich an. Es war eine einzigartige Saison für mich, weit über den eigenen Erwartungen, sagte Kilde gegenüber der norwegischen Agentur NTB. Er habe regelmässig gute Ergebnisse abgeliefert und gezeigt, wozu er imstande sei. Aber es ist immer noch eine Überraschung, so Kilde, der zugleich sein Bedauern über das vorzeitige Saisonende ausdrückte.

(sda)


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