Kerzen und Muskeln sorgen in Luzern für Weihnachts-Beleuchtung


Roman Spirig
Regional / 30.09.22 13:21

Kerzenlicht und Muskelkraft müssen dieses Jahr reichen: Der Verein Weihnachtsbeleuchtung Luzern verzichtet wegen des drohenden Energiemangels darauf, die traditionellen Lichter in der Stadt aufzuhängen. Als Ersatz gibt es 500 Kerzenlaternen und einen Weihnachtsbaum, dessen Lichter mit Muskelkraft betrieben werden.

Kerzen und Muskeln sorgen in Luzern für Weihnachts-Beleuchtung (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Kerzen und Muskeln sorgen in Luzern für Weihnachts-Beleuchtung (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Der Verzicht sei ein symbolischer, aber wichtiger Teil, sagten die Verantwortlichen am Freitag vor den Medien. Zwar verbrauche die traditionelle Beleuchtung über Brücken, in Gassen und auf Plätzen in der Stadt Luzern im Advent bloss soviel Energie wie ein Vierpersonenhaushalt im Jahr.

Der Verein wolle aber seine Verantwortung wahrnehmen, die Beleuchtung sei primär von emotionaler Bedeutung. Unabhängig von der drohenden Energiekrise habe man sich schon früher dazu entschieden, künftig die Einschaltzeiten der Beleuchtung zu reduzieren.

Auch aus finanziellen Gründen verzichtet der Verein dieses Jahr auf die Installation. Die Arbeiten hätten im Oktober begonnen und kosten mehrere zehntausend Franken. Das Risiko wäre zu gross gewesen, falls ein Betrieb im Advent nicht möglich gewesen wäre. Dem Verein stehen jährlich 140'000 Franken zur Verfügung von Detailhandel, Tourismus sowie der Stadt.

Als Alternative werden in der Stadt 500 Kerzenlaternen leuchten. Die speziell lange brennenden Kerzen stammen von einer Luzerner Fabrik. Zudem soll ein Weihnachtsbaum aufgestellt werden, die Energie für dessen Beleuchtung soll mit Muskelkraft produziert werden. Damit wolle man gleichzeitig dafür sensibilisieren, dass Energie eben erzeugt werden müsse.

Weitere Vereine und Gruppierungen, die jeweils in der Adventszeit in der Stadt Luzern Beleuchtungen betreiben, beteiligen sich ebenfalls am Verzicht. Die Stadt selber teilte am Freitag mit, auf Weihnachtsbeleuchtungen in öffentlichen Gebäuden zu verzichten.

(sda)


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