Kinderkriegen kann zu Kettenreaktion führen


News Redaktion
International / 13.02.20 08:00

Schwangerschaft ist bekanntlich ansteckend. Babys in der Familie und im Freundeskreis machen es für einen Menschen wahrscheinlicher, selbst ein Kind zu bekommen. Und der Effekt setzt sich im Schneeballprinzip fort, wie eine neue Studie zeigt.

Eine Frau wird schwanger - und schon schlägt es auch bei Verwandten und im Freundeskreis ein. Fortpflanzung kann wie eine Kettenreaktion sein, zeigt eine neue Untersuchung. (Symbolbild) (FOTO: Keystone/DPA/WOLFRAM STEINBERG)
Eine Frau wird schwanger - und schon schlägt es auch bei Verwandten und im Freundeskreis ein. Fortpflanzung kann wie eine Kettenreaktion sein, zeigt eine neue Untersuchung. (Symbolbild) (FOTO: Keystone/DPA/WOLFRAM STEINBERG)

Die Geburt eines Kindes kann zu einer Art Kettenreaktion bei der Familienplanung führen. Das zeigt eine Studie im Fachblatt Demography. Demnach steigt die Wahrscheinlichkeit, dass eine Frau schwanger wird, wenn eine Kollegin ein Baby bekommt.

Wird die Frau tatsächlich selbst schwanger, kann das wiederum ihre Geschwister beeinflussen - die wiederum Einfluss auf die Familienplanung ihrer Kollegen haben können. Diese Kettenreaktion war für uns wirklich neu, sagte Demografie-Expertin Henriette Engelhardt-Wölfler von der Universität Bamberg.

Die Untersuchung basiert auf Registerdaten aus den Niederlanden, die Angaben über Geschwister und Arbeitgeber enthalten. Dort hat jede Person eine Art Identifikationsnummer, die Geschwister sind verzeichnet und selbst die Arbeitsstelle hat eine Betriebsnummer, sagte Engelhardt-Wölfler. Eine vergleichbare Studie wäre in Deutschland schon allein aus Datenschutzgründen nicht möglich.

Mit den Daten von Niederländern, die zwischen 1970 und 1979 geboren sind, berechneten die Forscher den Einfluss von aussen auf die Familienplanung. Die starken Effekte finden wir vor allem unter Frauen, sagte Engelhardt-Wölfler. Am stärksten sei der Kinderwunsch im dritten Jahr, nachdem die Kollegin Mutter wurde.

Auch wenn Geschwister Eltern werden, verstärkt sich der Wunsch nach einem eigenen Baby vor allem bei Frauen. Durch die emotionale Nähe sei er am stärksten im ersten Jahr nach der Geburt des Neffen oder der Nichte, vermutet Engelhardt-Wölfler. Welche Mechanismen den beobachteten Effekten zugrunde liegen, zeigt die Studie nicht.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Ruag International streicht bis zu 90 Stellen in Emmen
Wirtschaft

Ruag International streicht bis zu 90 Stellen in Emmen

Bei Ruag International schlägt die Einstellung der Airbus-A380-Flugzeuge auf den Standort Emmen durch. Der vom Armeegeschäft abgespaltene Technologiekonzern baut im Flugzeugstrukturbau in Emmen bis Ende 2021 maximal 90 der heute 290 Stellen ab.

Intensive Landwirtschaft und
International

Intensive Landwirtschaft und "Landfrass" dezimieren Schmetterlinge

Vielfalt und Anzahl der Schmetterlinge sinken in Mitteleuropa drastisch. Schuld sind die intensive Landwirtschaft und "Landfrass" durch Siedlungsaktivitäten. Als "Bioindikatoren" zeigen die Schmetterlinge den aktuellen Umweltzustand an.

Polizeitaucher holen Velos, Pneus und Handys aus Hafenbecken
Schweiz

Polizeitaucher holen Velos, Pneus und Handys aus Hafenbecken

Alte Velos, Stühle, Pneus, Werkzeuge, Schlüssel und Handys - all dies haben Taucher der St. Galler Kantonspolizei bei einer Putzaktion im Hafenbecken in Rorschach gefunden. Bei einigen Gegenständen prüft die Polizei jetzt, ob sie als gestohlen gemeldet waren.

Borkenkäferbefall erreicht zweithöchsten je registrierten Wert
Schweiz

Borkenkäferbefall erreicht zweithöchsten je registrierten Wert

Der extreme Sommer 2018 wirkt nach: Die durch die Trockenheit geschwächten Fichten hatten dem Borkenkäfer wenig entgegen zu setzen. 2019 erreichte der Befall in der Schweiz mit 1,4 Millionen Kubikmetern Käferholz den zweithöchsten je registrierten Wert.