Kleinere Arena, kleineres Budget - Das Eidgenössische 2022 in Pratteln soll kleiner werden als Zug 2019


Roman Spirig
Schwingen / 25.02.19 14:46

Mit rund 300'000 Besucherinnen und Besuchern soll 2022 das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest (ESAF) in Pratteln BL steigen. Auf Landwirtschaftsgebiet wird dazu ein temporäres Festgelände mit einer Arena mit 47'000 Plätzen erstellt.

Kleinere Arena, kleineres Budget - Das Eidgenössische 2022 in Pratteln soll kleiner werden als Zug 2019  (Foto: KEYSTONE / ESTAVAYER 2016 / )
Kleinere Arena, kleineres Budget - Das Eidgenössische 2022 in Pratteln soll kleiner werden als Zug 2019 (Foto: KEYSTONE / ESTAVAYER 2016 / )
(Foto: KEYSTONE / PPR / FELDSCHLÖSSCHEN/ANDRÉ SPRINGER)
(Foto: KEYSTONE / PPR / FELDSCHLÖSSCHEN/ANDRÉ SPRINGER)

Entstehen soll das Haupt-Festgelände im Gebiet Leimen-Hülften zwischen Pratteln BL und Frenkendorf BL auf Landwirtschaftsgebiet. Mit den betroffenen sieben Landbewirtschaftern befinden sich die Verhandlungen für den Nutzungsvertrag "in der Endphase", wie die ESAF-Verantwortlichen am Montag vor den Medien sagten. Ab Herbst 2021 soll das Land den Organisatoren zur Verfügung stehen.

Mit 47'000 Plätzen bietet die Arena, die für das Fest vom 26. bis 28. August 2022 geplant ist, rund 10'000 Plätze weniger als diejenige des ESAF in diesem Sommer in Zug. Man strebe keine neuen Superlative an, sagte der OK-Präsident und Baselbieter Regierungsrat Thomas Weber. Das Fest soll insgesamt etwas kleiner als die letzten ausfallen.

Das Motto des ESAF 2022 lautet "Gemeinsam mit Schwung und Herz". 200 Personen soll das Organisationskomitee bis zum Start zählen - derzeit sind es 88 Mitglieder. Benötigt würden zudem rund 4000 Helferinnen und Helfer.

Die Verantwortlichen planen mit einem Gesamtbudget von "um die 30 Millionen Franken". Konkret soll dieses jedoch erst rund zwei Jahre vor dem Anlass stehen. Rund die Hälfte des Budgets wollen die Verantwortlichen über Sponsoring decken.

Weitere Gelder fliessen über Ticketing und Konsumation. Der Kanton Basel-Landschaft hat im März 2018 über den Swisslos-Fonds zudem eine Million Franken zugesagt. Zurückgreifen wollen die Organisatoren ausserdem auf die Unterstützung von Armee und Zivilschutz. Ein entsprechendes Gesuch soll Ende Jahr eingereicht werden.

Im Süden führt eine Hochspannungsleitung über das insgesamt rund 70 Hektaren grosse Festgelände. Die Auflagen betreffend der seitlichen Abstände und möglicher Nutzungen unter dieser Leitung müssen noch geklärt werden, wie Weber sagte. Demnächst soll das entsprechende Bewilligungsverfahren ausgelöst werden.

Im Weg stehen dem ESAF im Weiteren historische Panzersperren. Sie sollen vereinzelt entfernt oder teilweise mit Konstruktionen überwindbar gemacht werden. Auch über die das Festgelände trennende Bahnlinie sollen temporäre Übergänge gebaut werden.

Neben den Hauptsportarten Schwingen mit rund 300 Wettkämpfern und Steinstossen werden in Pratteln in Gegensatz zu Zug auch wieder Wettkämpfe im Hornussen ausgetragen. Ein dafür geeignetes Gelände haben die Organisatoren in Giebenach BL gefunden. Es liegt rund 2,6 Kilometer Fussweg vom Haupt-Festgelände entfernt.

Anreisen sollen die rund 300'000 erwarteten Besucherinnen und Besucher in erster Linie mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Organisatoren wollen erreichen, dass rund 70 Prozent der Besuchenden, die ein Ticket für die Arena haben, mit den ÖV anreisen. Bei den übrigen Besuchenden sollen es rund 50 Prozent sein.

Die Infrastruktur am Bahnhof Pratteln soll dazu erweitert werden. Ein Vorprojekt läuft zusammen mit den SBB. Angedachte Optionen etwa mit einem temporären Bahnhof wurden inzwischen fallengelassen. Ein Parkplatzkonzept für den Individualverkehr ist ebenfalls in Erarbeitung.

Im Gebiet Längi und Widen in der Nähe des Festgeländes sollen mindestens 12'000 Camping-Plätze entstehen - weniger als bei vergangenen Schwing- und Älperfesten. In der Region Basel stünden wesentlich mehr Übernachtungsgelegenheiten in der Hotellerie und in Gruppenunterkünften zur Verfügung.

Das ESAF soll gemäss Weber nachhaltig sein. Der Kanton will es als Aufhänger nutzen für einen Strukturentwicklungsprozess "Lebendige Traditionen". Unter der Leitung der kantonalen Kulturabteilung sollen jene Traditionen zusammengebracht werden. Der Auftakt dazu ist im Herbst 2019 in der Römerstadt Augusta Raurica geplant.

(sda)


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