Klimaaktivisten streuen Kohle in Filiale der UBS in Lausanne


Roman Spirig
Schweiz / 14.01.20 15:40

Nach dem Sieg vor der Waadtländer Justiz gestern haben Dutzende Klimaaktivisten heute erneut eine Aktion in einer Bank in Lausanne durchgeführt. Nach der Credit Suisse war dieses Mal die UBS dran.

Klimaaktivisten streuen Kohle in Filiale der UBS in Lausanne (Foto: KEYSTONE / LAURENT GILLIERON)
Klimaaktivisten streuen Kohle in Filiale der UBS in Lausanne (Foto: KEYSTONE / LAURENT GILLIERON)

Erneut prangerten die Klimaschützer die Investitionen der Banken in fossile Brennstoffe an. Die Aktion habe im Rahmen der Kampagne für die Ergänzungswahl in den Waadtländer Staatsrat vom 9. Februar stattgefunden, teilten die Verantwortlichen des Waadtländer Klimastreiks mit.

Etwa dreissig in Anzüge und Krawatten gekleidete Klimaschützer nahmen an der Aktion am frühen Nachmittag in der UBS-Filiale an der Place St-François teil. Sie streuten Kohle in die Empfangshalle der Bank. Sie forderten, dass die UBS sofort aufhören müsse, in fossile Brennstoffe zu investieren.

Auf Transparenten waren Sprüche zu lesen wie "Wir geben Ihnen Ihre Kohle zurück", "Mein Bankkonto ist schmutziger als ich" oder "Banken zerstören das Leben auf der Erde! Unser Leben!".


Die Aktion fand in einer friedlichen Atmosphäre statt. Mitarbeitende der Bank, darunter zwei Sprecher, trafen sich mit den Demonstranten. Es entstand eine lebhafte Debatte über Klimawandel, Umweltverschmutzung und die Verantwortung der Wirtschaft.

Die Polizei war mit rund zwanzig Beamten vor Ort im Einsatz, griff aber nicht ein. Gegen 16.50 Uhr verliessen die Aktivisten den Schauplatz, nachdem sich die Polizei deren Namen notiert hatte. Festnahmen gab es keine.

Die Grossbank antwortete mit einer Stellungnahme auf die Aktion der Klimaaktivisten. Die UBS habe mit den Demonstranten in einen Dialog führen wollen. Angestellte der Bank hätten mehr als eineinhalb Stunden mit den Demonstranten debattiert und diese dann gebeten, das Gebäude zu verlassen, was sie nach einigem Zögern auch getan hätten.

Weiter betonte die UBS, dass "sie eine der weltweit führenden Banken im Bereich der nachhaltigen Anlagepolitik" sei. Die Bank habe sich verpflichtet, ihre Geschäftsstrategie an den Uno-Zielen für nachhaltige Entwicklung und dem Pariser Klimaabkommen auszurichten.

Noch unklar ist, ob die UBS juristisch gegen die Protestanten vorgehen wird. Die Bank habe noch nicht entschieden, ob sie eine Beschwerde einreichen werde oder nicht.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Corona-Virus hält chinesische Gäste von der Schweiz fern
Schweiz

Corona-Virus hält chinesische Gäste von der Schweiz fern

Das Corona-Virus trifft auch den Schweizer Tourismus. Die chinesische Regierung hat am Wochenende Gruppenreisen ins In- und Ausland gestoppt. Aktuell halten sich die Auswirkungen laut Tourismusvertretern zwar noch in Grenzen. Doch das könnte sich bald ändern.

Dörflifasnacht Schübelbach
Events

Dörflifasnacht Schübelbach

Fasnacht Total am 25. Januar an der Dörflifasnacht in Schübelbach.

Seilbahnprojekt von Göschenen auf den Gütsch kommt wieder in Fahrt
Regional

Seilbahnprojekt von Göschenen auf den Gütsch kommt wieder in Fahrt

Der Bahnhof Göschenen soll zu einem Tourismus-Hub ausgebaut werden. Damit kommt das Projekt einer Seilbahn von Göschenen direkt auf den Gütsch ob Andermatt, das seit langem im Raum steht, wieder in Schwung. Geprüft werden aber auch andere Varianten, damit Andermatt mit dem öffentlichen Verkehr besser erreichbar ist.

Kyrgios von Nadal gestoppt
Sport

Kyrgios von Nadal gestoppt

Neben Stan Wawrinka und Alexander Zverev qualifizierten sich in der oberen Tableauhälfte auch Dominic Thiem und Rafael Nadal für die Viertelfinals. Nadal stoppte den Lauf von Nick Kyrgios und setzte sich in gut dreieinhalb Stunden 6:3, 3:6, 7:6 (8:6), 7:6 (7:4) durch.