Königsetappe an Lopez - Leader Roglic baut Vorsprung aus


Roman Spirig
Sport / 16.09.20 18:00

Miguel Angel Lopez heisst der Sieger der Königsetappe der 107. Tour de France. Der Kolumbianer gewinnt auf dem Col de la Loze vor Primoz Roglic, der seinen Vorsprung auf Tadej Pogacar ausbauen kann.

Leader Primoz Roglic kämpft sich - angefeuert von den Fans - auf den Col de la Loze hoch (FOTO: KEYSTONE/AP/Christophe Ena)
Leader Primoz Roglic kämpft sich - angefeuert von den Fans - auf den Col de la Loze hoch (FOTO: KEYSTONE/AP/Christophe Ena)

Unter den Augen des französischen Staatspräsidenten Emmanuel Macron warteten die Anwärter auf den Gesamtsieg auf der 17. Etappe der 107. Frankreich-Rundfahrt lange mit Attacken. Zu hoch war das Tempo, welches die Helfer von Mikel Landa im 21,5 km langen und durchschnittlich 7,8 Prozent steilen Schlussaufstieg zum Col de la Loze anschlugen. Fahrer um Fahrer fiel aus der Gruppe der Klassementsfahrer zurück.

Als dann rund 4 km vor dem Ziel auf 2304 m Höhe, dem Dach der diesjährigen Tour, Landa selber nicht mehr mithalten konnte, ging der Gesamt-Zweite Tadej Pogacar an die Spitze. Primoz Roglic zeigte sich ebenfalls souverän. Doch über die grössten Kraftreserven verfügte am Ende Miguel Angel Lopez. Der 26-jährige Kolumbianer, triumphierte solo, mit 15 Sekunden Vorsprung vor Roglic. Weitere 15 Sekunden zurück kam Pogacar ins Ziel.

Roglic verteidigte auch auf der Königsetappe das Maillot jaune souverän. Ich bin richtig zufrieden. Ich habe zwar nicht gewonnen, aber Sekunden herausgeholt. Alles läuft gut, so der 30-jährige Slowene. Den Vorsprung auf Landsmann Pogacar baute er um 17 auf nun 57 Sekunden aus. Wenn man eine Minute Vorsprung hat, will man fünf. Man ist nie zufrieden. Aber das ist eine gute Ausgangsposition. Vorteil Roglic also. Der frühere Top-Skispringer, der erst 2016 im Alter von 26 Jahren sein Profi-Debüt auf oberster Stufe gab, ist auf dem besten Weg, seine zweite dreiwöchige Rundfahrt zu gewinnen. Im vergangenen Herbst triumphierte der Leader des Teams Jumbo-Visma bei der Vuelta.

Stark fuhr erneut auch Pogacar. Der erst 21-jährige Slowene, eines der grössten Talente des Radsports, fiel erst in den bis zu 24 Prozent steilen Rampen am Schluss leicht zurück. Er fing sich aber und kam beinahe wieder heran. Pogacar hat den Traum vom Tour-Sieg bei vier noch ausstehenden Etappen nicht gänzlich aufgegeben. Der Rückstand betrage immer noch weniger als eine Minute. Mal schauen, ob ich noch etwas bewegen kann.

Lopez, 2016 Sieger der Tour de Suisse, stiess mit seinem ersten Tour-Etappensieg und nun 1:26 Minuten Rückstand in den 3. Rang vor. Der viertklassierte Australier Richie Porte liegt bereits mehr als drei Minuten zurück.

Vor dem Col de la Loze war in der 17. Etappe schon der Hors-Catégorie-Anstieg zum Col de la Madeleine zu bewältigen. In der Hälfte dieses Zweitausenders befanden sich nur noch 33 Fahrer im Spitzenfeld. Zu diesem frühen Zeitpunkt bereits abgeschlagen: Nairo Quintana, dreifacher Tour-Podestfahrer und ehemaliger Giro- und Vuelta-Sieger. Der Kolumbianer kassierte über 25 Minuten und fiel damit aus den Top 10 der Gesamtwertung. Gar nicht mehr am Start in Grenoble erschienen war am Mittwoch mit Egan Bernal ein anderer Kolumbianer. Der letztjährige Sieger der Tour de France wird seit Wochen von Rückenschmerzen geplagt.

Die 18. Etappe am Donnerstag, die letzte in den Alpen, führt über 175 km und fünf kategorisierte Anstiege von Méribel nach La Roche-sur-Foron. Rund 30 km vor dem Ziel ist beim Col des Glières ein 2 km langer Abschnitt auf Schotter zu absolvieren.

(sda)


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