EBS will Muotawasser weitere 80 Jahre nutzen


News Redaktion
Wirtschaft / 18.10.21 14:14

Im Kanton Schwyz soll das Wasser der Muota weiterhin zur Stromproduktion genutzt werden. Die EBS Energie AG legt ihr Gesuch für eine Verlängerung ihrer Konzession am Freitag für 30 Tage öffentlich auf, wie sie am Montag mitteilte.

Das Kraftwerk Sahli ist eines der fünf Kraftwerke an der Muota. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/SIGI TISCHLER)
Das Kraftwerk Sahli ist eines der fünf Kraftwerke an der Muota. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/SIGI TISCHLER)

Die EBS hat 1950 für 80 Jahre das Recht erhalten, mit dem Muotawasser Strom zu produzieren. Seither hat sie am fast 30 Kilometer langen Fluss fünf Kraftwerkstufen realisiert und produziert mit diesen pro Jahr 225 Millionen Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr. Dies reicht für rund 56000 Haushaltungen.

Die EBS wolle die Muota für weitere 80 Jahre nutzen, erklärte Verwaltungsratspräsident Ruedi Reichmuth am Montag in Schwyz vor den Medien. Das Unternehmen habe schon 20 Jahre vor Ablauf der Konzession mit den entsprechenden Arbeiten begonnen. Ein erstes Konzessionsgesuch habe es zwar schon 2019 vorgelegt, doch habe dieses wegen neuen gesetzlichen Bestimmungen zurückgezogen werden müssen.

Bislang steckte die EBS rund 12 Millionen Franken in die Planung. Insgesamt dürfte das Energieunternehmen 130 Millionen Franken für die mit der neuen Konzession verbundenen Massnahmen investieren.

Mit diversen Massnahmen soll die Leistung der Muotkraftwerke erhöht werden. Weil aber gleichzeitig ökologische Massnahmen umgesetzt werden müssen, werden sie insgesamt eher weniger Strom produzieren können als heute. Immerhin kann das EBS künftig das Wasser flexibler zur Stromproduktion einsetzen.

Die Konzession sieht etwa vor, die Wasserfassungen auszubauen und die Druckleitungen zu vergrössern. Eine wichtige Massnahme ist eine Teilabdichtung des Glattalpsee, aus dem heute jährlich eine Seefüllung Wasser versickert. Abgedichtet wird der See mit einer Folie aus natürlichen Materialien.

Es würden beim Ausbau keine neuen Anlagen gebaut, wo nicht schon welche stehen würden, sagte Hans Bless, Geschäftsleitungsvorsitzender der EBS. Es würden auch keine Täler überflutet oder unbebaute Flächen verbaut.

Mit der Konzessionserneuerung müssen auch Vorgaben der Natur- und Heimatschutzgesetzgebung eingehalten werden. Ein Thema ist auch das Restwasser. Dieses soll künftig so gross sein, dass etwa eine freie Fischwanderung möglich ist.

Im Kanton Schwyz haben die Bezirke die Hoheit über die Gewässer, es ist deswegen der Bezirk Schwyz, der die Konzession erteilen muss. Letztes Wort werden die Stimmberechtigten des Bezirks haben. Weil die Muota aber im Kanton Uri entspringt, läuft auch dort ein Konzessionsverfahren.

Der Bezirk Schwyz ist nicht nur Konzessionsgeberin, sondern auch Aktionärin der EBS. An der Medienorientierung betonte der Bezirk, dass das Verfahren dank Ausstandsregeln dennoch korrekt ablaufe.

(sda)


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