Krawalle zwischen Bolsonaro-Anhängern und Gegnern in Brasilien


News Redaktion
International / 31.05.20 22:22

In der brasilianischen Millionenmetropole São Paulo haben sich Anhänger des rechten Präsidenten Jair Bolsonaro und Regierungsgegner heftige Auseinandersetzungen geliefert. Die Polizei setzte am Sonntag Tränengas ein, um die verfeindeten Gruppen zu trennen.

In São Paulo setzte die Polizei Tränengas gegen Regierungsgegner ein, um sie zu vertreiben. (FOTO: KEYSTONE/AP/Andre Penner)
In São Paulo setzte die Polizei Tränengas gegen Regierungsgegner ein, um sie zu vertreiben. (FOTO: KEYSTONE/AP/Andre Penner)

Das war im Fernsehsender Globo zu sehen. Die Proteste der Regierungsgegner waren von Fussballfans organisiert worden und richteten sich gegen die aus ihrer Sicht antidemokratischen Tendenzen der Regierung Bolsonaro.

Auch in Rio de Janeiro gingen sowohl Gegner als auch Anhänger Bolsonaros auf die Strasse. Die Polizei trieb die Gruppen auf der Strandpromenade Copacabana mit Pfefferspray auseinander, wie das Nachrichtenportal G1 berichtete.

In der Hauptstadt Brasília gingen unterdessen zahlreiche Regierungsanhänger auf die Strasse. Vor dem Obersten Gerichtshof forderten einige Demonstranten einen Militärputsch. Das Gericht hatte zuletzt Ermittlungen gegen ein Fake-News-Netzwerk aus Bolsonaro-Unterstützern genehmigt.

Viele Anhänger des Ex-Militärs werfen der Justiz vor, ihre Kompetenzen zu überschreiten und mit ihren Entscheidungen die Macht des Staatschefs zu beschneiden. Bolsonaro grüsste seine Anhänger am Sonntag hoch zu Ross inmitten einer Reiterstaffel der Streitkräfte.

Richter Celso de Mello verglich in einem Schreiben an seine Kollegen am Obersten Bundesgericht die aktuelle Lage in Brasilien mit der Endphase der Weimarer Republik und warnte vor einer neuen Militärdiktatur. Brasilien war von 1964 bis 1985 von Generälen regiert worden. Bolsonaro hat immer wieder Sympathien für die Diktatur geäussert.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

UNAIDS: Die Welt ist beim Kampf gegen HIV und Aids nicht auf Kurs
International

UNAIDS: Die Welt ist beim Kampf gegen HIV und Aids nicht auf Kurs

Die Weltgemeinschaft hat ihre selbst gesetzten Ziele im Kampf gegen HIV und Aids verfehlt. Im vergangenen Jahr haben sich nach Schätzungen 1,7 Millionen Menschen weltweit mit dem Virus angesteckt, wie das Programm der Vereinten Nationen für HIV/Aids (UNAIDS) am Montag zum Auftakt der virtuellen Welt-Aids-Konferenz berichtete.

97 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden gemeldet
Schweiz

97 neue Covid-19-Infizierte innert 24 Stunden gemeldet

In der Schweiz und in Liechtenstein sind innerhalb eines Tages 97 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Nach drei Tagen fiel die Zahl damit wieder unter die Hundertermarke.

Freiburger Polizei legt Autotunern das Handwerk
Schweiz

Freiburger Polizei legt Autotunern das Handwerk

Die Freiburger Kantonspolizei hat bei einer gezielten Grosskontrolle gegen Fahrzeuge mit vorschriftswidrigen Modifikationen insgesamt 55 Verstösse geahndet. Neben 36 Tempoüberschreitungen wurden 19 Anzeigen unter anderem wegen Lärmvergehen verhängt.

Kantonsrat genehmigt Vor-Corona-Rechnung 2019
Schweiz

Kantonsrat genehmigt Vor-Corona-Rechnung 2019

Eine Jahresrechnung noch einmal ganz ohne Coronavirus: Der Kantonsrat hat am Montag die Rechnung 2019 des Kantons ohne Gegenstimme genehmigt. Dieser Abschluss war noch rosig, die Zukunft ist es weniger.