Kritische Fragen der SVP zu den St. Galler Festspielen


Roman Spirig
Regional / 09.06.21 15:27

In der Junisession des St. Galler Kantonsrats sind aus den Reihen der SVP zwei Vorstösse zu den St. Galler Festspielen eingereicht worden. Aus der gleichen Fraktion kam schon früher Kritik an der Freiluftveranstaltung mit Oper und Tanz auf dem St. Galler Klosterplatz.

Kritische Fragen der SVP zu den St. Galler Festspielen (Foto: KEYSTONE / EDDY RISCH)
Kritische Fragen der SVP zu den St. Galler Festspielen (Foto: KEYSTONE / EDDY RISCH)

Normalerweise kommen die Kantonsrätinnen und Kantonsräte auf dem Weg zur Junisession am Bauplatz für die St. Galler Festspiele vorbei. Zwischen Kathedrale und Regierungsgebäude wird jeweils über Wochen das Stahlrohrgerüst für die Tribüne hochgezogen und die Bühne aufgebaut. Doch 2021 fanden die Sitzungen des Parlament nicht im Ratssaal, sondern weit weg in einer der Olma-Hallen statt. Trotzdem sind die Festspiele zum Thema geworden.

Ab dem 25. Juni wird dort unter anderem die Oper Notre Dame von Franz Schmidt aufgeführt. Bereits sichtbar ist eine Tribüne mit 1000 Plätzen. Seit letzter Woche ist bekannt, dass die Festspiele zu den von der St. Galler Regierung bewilligten Pilotveranstaltungen des Bundes gehören, mit denen die Corona-Massnahmen getestet werden. Die Maximalgrenze beträgt 1000 Personen.

Verschiedene grössere Veranstaltung seien aufgrund der fehlenden Planungssicherheit abgesagt worden, heisst es nun im neuen Vorstoss der beiden SVP-Kantonsräte Michael Götte und Erwin Böhi. Die Werbekampagne für die Festspiele laufe aber schon seit mehreren Wochen, so als gebe es keinerlei Einschränkungen aufgrund der Pandemie.

Die Parlamentarier erinnern die Regierung daran, dass sie sich bei der Vernehmlassung des Bundes gegen Pilotveranstaltungen ausgesprochen habe. Warum bewilligte die Regierung die Festspiele trotzdem, und wie hoch ist das entsprechende Budget?, fragen sie nach.

Das BAG beschränke den Einlass an Grossveranstaltungen auf Personen, die geimpft oder genesen seien oder ein negatives Testresultat (PCR-Test) vorweisen. Auf der Webseite der Festspiele gebe es unter der Rubrik Schutzkonzept aber keinerlei Hinweise auf diese Beschränkungen. Die SVP-Kantonsräte wollen deshalb wissen: Gelten die Vorschriften für die Festspiele nicht?

Das Theater St. Gallen hatte allerdings letzten Freitag darüber informiert, dass man daran sei, das Schutzkonzept nach der Direktive 3G (geimpft, getestet oder genesen) auszuarbeiten, wie Theaterdirektor Werner Signer an einer Medienorientierung sagte. Zumindest bis Mittwochmittag fehlten diese Informationen aber auf der Homepage der Festspiele.

SVP-Kantonsrat Karl Güntzel hat in der Junisession einen weiteren Vorstoss zu den Festspielen eingereicht. Darin will er kurz und bündig wissen, wie hoch die Kosten für die Infrastruktur auf dem Klosterplatz pro Jahr seien.

Bereits 2018 war die Veranstaltung ins Visier der SVP geraten. Kantonsrat Erwin Böhi fragte nach, wie sich die Festspiele und ihre Bauten mit den Vereinbarungen zum Schutz des Weltkulturerbes Stiftsbezirk vertrügen. Böhi schlug vor, den Anlass an einem geeigneteren Ort durchzuführen.

Die Regierung hatte entgegnete damals, die Anforderungen an den Schutz des Stiftsbezirks würden ausreichend berücksichtigt. Sie verwies auf die überregionale Bedeutung und Resonanz der Festspiele, die für die Region St.Gallen einen wichtigen Standortfaktor darstellten.

(sda)


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