Kuhherde tötet Hund auf Nidwaldner Alp


Roman Spirig
Regional / 24.07.19 18:04

Ein tödliches Ende genommen hat ein Zusammentreffen mit einer Viehherde für einen Hund im Wandergebiet Bannalp im Kanton Nidwalden. Sein Halter geriet ebenfalls unter die Kühe, konnte sich aber verletzt in Sicherheit bringen.

Kuhherde tötet Hund auf Nidwaldner Alp (Foto: KEYSTONE / ARNO BALZARINI)
Kuhherde tötet Hund auf Nidwaldner Alp (Foto: KEYSTONE / ARNO BALZARINI)

Eine vierköpfige Wandergruppe war am Montag mit zwei Hunden zwischen Bannalp und Schonegg oberhalb von Wolfenschiessen unterwegs, als sich ihr eine Mutterkuhherde bedrohlich näherte, wie die Nidwaldner Kantonspolizei am Mittwoch mitteilte. Die Wanderer wollten die Hunde von der Leine lassen, damit sie fliehen könnten, zumal sich die Herde offensichtlich von den Vierbeinern bedroht fühlte.

Einer der Halter konnte jedoch die Leine nicht rechtzeitig lösen und kam samt Hund unter die Herde. Der Mann konnte sich mit Hilfe des anderen Hundehalters befreien und fliehen. Er erlitt Verletzungen am ganzen Körper, konnte das Spital am Folgetag jedoch wieder verlassen. Der Hund wurde beim Vorfall tödlich verletzt.

Ihn fand der Älpler am nächsten Tag regungslos auf der Weide, seine Mutterkuhherde war aufgebracht. Laut der Polizei besteht kein Verdacht auf eine strafbare Handlung. Die Wanderwegverantwortlichen der Gemeinde sperrten den betroffenen Wanderweg aus Sicherheitsgründen und zur Beruhigung der Viehherde bis auf Weiteres.

Die Beratungsstelle, die dem Bundesamt für Landwirtschaft angegliedert ist, und auch die Schweizer Wanderwege geben folgende Verhaltenstipps, um unliebsamen Begegnungen mit Kü­hen aus dem Weg zu gehen:

  • Beachten Sie die Informationstafeln. Verhalten Sie sich ruhig, scheuchen Sie die Tiere nicht
    auf. Im Allgemeinen sind Kühe neugierig und nicht gefährlich.
     
  • Bleiben Sie wenn möglich auf dem Wanderweg. Stehen Kühe auf dem Weg, halten Sie Abstand zu ihnen und gehen Sie in sicherer Distanz um die Herde herum. Erschrecken Sie die Tiere nicht und drehen Sie ihnen nicht den Rücken zu.
     
  • Nehmen Sie Ihren Hund an die Leine und halten Sie ihn unter Kontrolle. Hunde erregen bei Kühen, Rindern und Stieren erhöhte Aufmerksamkeit. Nehmen Sie Ihren Hund auf die der Herde abgewandte Seite, so dass er nicht sichtbar ist. Falls Kühe Ihren angeleinten Hund angreifen, lassen Sie ihn los, damit er fliehen kann. Ein Hund ist meist schnell genug, um einem Kuhangriff auszuweichen.
     
  • Drohgebärden von Kühen zeichnen sich durch Heben und Senken des Kopfes, Schnauben, Scharren und Brüllen aus. Bemerken Sie diese Alarmsignale, verlassen Sie die Weide langsam rückwärts. Schnelle Bewegungen wirken auf Kühe bedrohlich.

(sda / Kapo Nidwalden / Redaktion)


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