Läden, Märkte, Bahnhöfe: Luzern weitet Maskenobligatorium aus


News Redaktion
Regional / 16.10.20 12:54

Die Maskentragpflicht wird im Kanton Luzern am Samstag auf alle öffentlich zugänglichen Innenräume wie Läden und Bahnhöfe ausgeweitet. Das Maskenobligatorium gilt auch auf Märkten sowie in Restaurants für das Personal. Unverändert bliebt das Regime in den Schulen.

Ab Samstag auch in Luzern Pflicht: Maskentragen beim Einkaufen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)
Ab Samstag auch in Luzern Pflicht: Maskentragen beim Einkaufen. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/GEORGIOS KEFALAS)

Im Kanton Luzern gibt es täglich rund 70 neue bestätigte Coronafälle. Der Regierungsrat hat am Freitagmittag bekannt gegeben, mit welchen Massnahmen er die stark steigende Zahl von Coronafällen im Kanton eindämmen will: Er erweitert, wie dies schon andere Kantone gemacht haben, die Maskentragpflicht.

Ab Samstag und bis am 31. Januar 2021 gilt ein Maskenobligatorium in den Innenräumen öffentlich zugänglicher Einrichtungen. Als Beispiele nennt der Regierungsrat Läden, Einkaufszentren, Post- und Bankfilialen, Museen, Kinos, Theater und Konzerthäuser, Verwaltungsgebäude, Gotteshäuser und Bibliotheken.

Die Maskentragpflicht gilt aber auch an der frischen Luft, wenn es dort viele Leute hat, nämlich auf Wochen-, Monats- und Jahrmärkten. Das Personal in Restaurants, Bars, Clubs oder Discos muss sich ebenfalls eine Maske aufsetzen.

Eine Maske tragen müssen auch alle, die Dienstleistungen anbieten oder beanspruchen, bei denen es zu Körperkontakt kommt oder der Abstand nicht eingehalten wird. Davon sind Personen, die sich zahnmedizinisch oder kosmetisch behandeln lassen, ausgenommen.

Angestellte, die durch eine Plexiglasscheibe geschützt werden, müssen keine Maske tragen. Das Tragen eines Visiers sei jedoch unzureichend, teilte der Regierungsrat mit. Ausgenommen vom Obligatorium seien auch Kinder, die noch nicht zwölf Jahre alt sind, und Personen mit einem ärztlichen Attest.

In Sporteinrichtungen darf weiterhin ohne Maske trainiert werden. Voraussetzung ist aber, dass der nötige Abstand eingehalten werden kann oder geeignete Schutzmassnahmen ergriffen wurden.

Unverändert bleiben die Schutzkonzepte in den Schulen. Seit Beginn des Schuljahres gebe es für alle Schulstufen separate Rahmenschutzkonzepte, die sich bewährt hätten, hiess es dazu in der Medienmitteilung. Ziel sei es nach wie vor, so viel regulären Präsenzunterricht wie möglich zu halten und gefährdete Personengruppen zu schützen.

Der Regierungsrat begründete die verschärften Coronabestimmungen damit, dass eine Häufung schwerer Erkrankungen und eine Überlastung des Gesundheitswesens verhindert werden müsse. Die Ausweitung der Maskentragpflicht sei unumgänglich.

Die Maske nützt nach Angaben des Regierungsrats nicht nur der Person, die sie trägt, sondern schützt vor allem andere vor Ansteckungen. Eine infizierte Person sei schon zwei Tage, bevor sich Symptome bemerkbar machten, ansteckend. Die Maske gebe zwar keinen hundertprozentigen Schutz, verringere aber das Ansteckungsrisiko.

Analoge Vorschriften wie in Luzern gelten ab Montag auch in Obwalden. Als erster Kanton in der Zentralschweiz hatte Zug bereits am 10. Oktober eine Maskentragepflicht für Verkaufslokale und Einkaufszentren angeordnet.

Im Kanton Schwyz gilt ab Freitag und im Kanton Nidwalden ab Montag eine Maskenpflicht für öffentliche und private Anlässe mit über 50 Personen eine. Eine Maskenpflicht gilt dort zudem, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten wird in Läden, Kinos, Kirchen und der Gastronomie.

Der Kanton Uri verzichtet derzeit auf weitergehende Massnahmen und setzt auf Empfehlungen. Vereinsanlässe, Treffen im familiären und freundschaftlichen Rahmen sowie gesellschaftliche Veranstaltungen seien auf das zwingend notwendige Minimum zu reduzieren.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Auch das Zentralschweizer Gesundheitspersonal protestiert
Regional

Auch das Zentralschweizer Gesundheitspersonal protestiert

Im Rahmen der nationalen Protestwoche geht auch in der Zentralschweiz das Pflegepersonal auf die Barrikaden: Rund 25 Personen haben sich am Montagmorgen vor der Kantonsratssitzung in Luzern zu einer Spalieraktion versammelt. Am Dienstagabend finden in Luzern und in Zug "Walks of Care" statt.

5949 neue Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden gemeldet
Schweiz

5949 neue Coronavirus-Ansteckungen innert 24 Stunden gemeldet

In der Schweiz und in Liechtenstein sind dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) innert 24 Stunden 5949 neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet worden. Zudem registrierte das BAG gemäss Mitteilung vom Dienstag 167 Spitaleinweisungen und 16 neue Todesfälle.

Sustenpassstrasse nach Steinschlag bis auf weiteres gesperrt
Schweiz

Sustenpassstrasse nach Steinschlag bis auf weiteres gesperrt

Die Sustenpassstrasse ist nach einem Steinschlag auf Urner Seite bis auf weiteres gesperrt worden. Befürchtungen, dass auch Menschen vom Naturereignis betroffen sein könnten, bestätigten sich laut der Polizei nicht.

Gesundheitspersonal protestiert in Frauenfeld und St. Gallen
Schweiz

Gesundheitspersonal protestiert in Frauenfeld und St. Gallen

Ein von VPOD, SBK und Syna getragenes Gesundheitsbündnis will schweizweit auf die Arbeitsbedingungen des Gesundheitspersonals aufmerksam machen. In Frauenfeld und St. Gallen sind diese Woche Aktionen geplant.