Landolt soll Brücken zwischen gespaltenen Verbänden bauen


News Redaktion
Schweiz / 23.06.22 05:49

Der neu gewählte Präsident der Santésuisse, Martin Landolt, will Brücken zwischen den beiden zerstrittenen Krankenkassenverbänden bauen. Er spüre ein grosses Bedürfnis nach einer Deblockade, sagte Landolt in einem Interview mit der NZZ.

Der neu gewählte Santésuisse-Präsident Martin Landolt setzt sich für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Curafutura, dem anderen Krankenkassenverband in der Schweiz, ein. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Der neu gewählte Santésuisse-Präsident Martin Landolt setzt sich für eine konstruktive Zusammenarbeit mit der Curafutura, dem anderen Krankenkassenverband in der Schweiz, ein. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Die Aufspaltung in die zwei Verbände Santésuisse und Curafutura wäre kein Problem, wenn es eine konstruktive Koexistenz wäre. Das sei jedoch derzeit nicht das Bild, das die Verbände abgäben. Man dürfe in einzelnen Fragen Differenzen haben. Aber grossmehrheitlich müssten die Verbände am gleich Strick ziehen.

Es müsse gelingen, gemeinsame Projekte anzugehen und Erfolge zu feiern, sagte Landolt in dem Interview mit der "Neuen Zürcher Zeitung" weiter. Dann könne man auch wieder Vertrauen zueinander finden. Der Bundesrat habe den Verbänden einen Steilpass zugespielt, indem er den Ärztetarif Tardoc zur Überarbeitung zurückgewiesen habe.

Dieser Tarif war von der Ärztevereinigung FMH und vom Krankenkassenverband Curafutura ohne Beteiligung der Santésuisse erarbeitet worden. Es sei nun der Moment gekommen, an dem sich alle bewegen müssten - auch Santésuisse. "Ich will, dass wir konstruktiv an einer Verbesserung des Tardoc mitarbeiten. Die Chance für eine Lösung ist da", sagte der frühere BDP-Präsident.

Auf die Frage, ob er auf eine Wiedervereinigung der zwei Verbände hinarbeite, sagte Landolt, so etwas müsse wachsen. Es könne nicht erzwungen werden. Eine Fusion sollte nicht das Ziel sein, sondern die logische Begleiterscheinung einer vertrauensvollen Zusammenarbeit. Es brauche Geduld, bis das Momentum stimme.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Neuwagen in der EU sollen ab 2035 emissionsfrei sein
Wirtschaft

Neuwagen in der EU sollen ab 2035 emissionsfrei sein

Nach langem Ringen haben sich die EU-Umweltminister darauf geeinigt, dass neue Autos ab 2035 emissionsfrei sein müssen. Für die EU ist der Beschluss ein wichtiges Element ihrer Klimapolitik.

Italienischsprachige Nachrichtenagentur für Graubünden nur Option
Schweiz

Italienischsprachige Nachrichtenagentur für Graubünden nur Option

Die Bündner Regierung will bei der Verbesserung der medialen Versorgung in Italienischbünden nicht vorpreschen. Die umgehende Gründung einer kantonalen italienischsprachigen Nachrichtenagentur, wie es ein Auftrag aus dem Parlament fordert, lehnt sie ab. Die Agentur bleibt aber ein Thema.

H&M steigert Gewinn kräftig - Hohe Inflation bereitet Sorgen
Wirtschaft

H&M steigert Gewinn kräftig - Hohe Inflation bereitet Sorgen

Der Modekonzern Hennes & Mauritz (H&M) hat im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2021/22 mehr verdient als erwartet. Es gebe zudem erste Anzeichen, dass sich die zuletzt angespannte Situation in der Lieferkette schrittweise bessere.

Zürichs Strassen-Belebungsprojekt nur an einem Standort gesichert
Schweiz

Zürichs Strassen-Belebungsprojekt nur an einem Standort gesichert

Das Projekt "Brings uf d'Strass!" wird in diesem Sommer zum zweiten Mal durchgeführt. Es stösst allerdings auf Widerstand. Von vier Standorten mussten zwei definitiv verworfen werden, und bei einem weiteren ist die Durchführung noch ungewiss.