Gewerkschaft Unia fordert Verzicht auf Entlassungen bei Lantal


News Redaktion
Wirtschaft / 04.08.20 16:55

Das Textilunternehmen Lantal will 75 von 258 Arbeitsplätzen am Hauptsitz in Langenthal und im bernischen Melchnau abbauen. Das hat die Gewerkschaft Unia am Dienstag bekannt gemacht.

Das auf Bezugsstoffe für die Luftfahrt und den Bahnverkehr spezialisierte Unternehmen Lantal muss wegen der Corona-Krise Stellen abbauen. (Themenbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)
Das auf Bezugsstoffe für die Luftfahrt und den Bahnverkehr spezialisierte Unternehmen Lantal muss wegen der Corona-Krise Stellen abbauen. (Themenbild) (FOTO: KEYSTONE/GAETAN BALLY)

Als Hauptgrund für den Stellenabbau nannte CEO Urs Rickenbacher im Regionaljournal von Radio SRF die Corona-Krise. Das Unternehme habe seinen Hauptfokus auf die weltweite Luftfahrtindustrie gelegt. Da wegen der Corona-Pandemie die Flugzeuge mehrheitlich am Boden blieben, brauchten sie auch weniger neue Textilien. Dies habe den Geschäftsgang seit April massiv beeinträchtigt.

Die Gewerkschaft fordert in ihrer Mitteilung Rickenbacher auf, soziale Verantwortung gegenüber den Beschäftigten in Langenthal und Melchnau zu tragen.

Es dürfe niemand in die Arbeitslosigkeit entlassen werden. Dies könnte beispielsweise mit grosszügigen Frühpensionierungen, wie sie auch der GAV der Textilbranche vorsehe, erreicht werden. Diesem Gesamtarbeitsvertrag sei auch Lantal unterstellt. Weiter sollen die Angestellten bei Aus- und Weiterbildungen unterstützt werden.

Im Rahmen des Konsultationsverfahrens will die Gewerkschaft die Personalkommission und die Belegschaft unterstützen, um möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten. Die vorgesehene Konsultationsfrist von drei Wochen sei indessen zu kurz, moniert die Unia.

Das Unternehmen Lantal Textiles ist in der Herstellung und Vermarktung von Textilien und Dienstleistungen für den internationalen Luft-, Bus- und Bahnverkehr sowie für VIP-Jets und Superjachten tätig.

Das 1886 gegründete Unternehmen weist auf seiner Homepage einen konsolidierten Umsatz von 105 Millionen Franken aus, der Exportanteil liegt bei 94 Prozent. Insgesamt beschäftigt Lantal fast 700 Mitarbeitende in der Schweiz, in den USA, in Frankreich, Portugal, Tschechien, Deutschland und Grossbritannien.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Slowakische Regierung verhängt Corona-Notstand
International

Slowakische Regierung verhängt Corona-Notstand

Wegen der zuletzt rasant gestiegenen Zahl an Corona-Infektionen hat die slowakische Regierung am Mittwoch den Notstand ausgerufen. Mit dem Inkrafttreten des Notstandes ab Donnerstag erhalten die Behörden ausserordentliche Befugnisse.

Serena Williams nicht mehr am French Open
Sport

Serena Williams nicht mehr am French Open

Serena Williams muss ihre Jagd auf den 24. Grand-Slam-Titel vertagen. Die 39-jährige Amerikanerin erklärt am French Open kurz vor ihrem Zweitrunden-Spiel gegen die Bulgarin Tsvetana Pironkova Forfait.

Während Lockdown hat fast jeder Zweite im Home Office gearbeitet
Wirtschaft

Während Lockdown hat fast jeder Zweite im Home Office gearbeitet

Der coronabedingte Lockdown hat bekanntlich dem Home Office zu einem Boom verholfen. Nun fasst das Bundesamt für Statistik (BFS) diesen Trend in Zahlen.

Stadt Zürich informiert künftig besser über Baumfällungen
Schweiz

Stadt Zürich informiert künftig besser über Baumfällungen

Wenn Bäume gefällt gehen, gehen oft die Emotionen hoch. Die Stadt Zürich will deshalb ab sofort besser darüber informieren, wo die Motorsäge angesetzt wird. Auch in diesem Winter werden Fällarbeiten in der Stadt und im Wald durchgeführt.