Das Jahr 2020 ist da! Ausgelassene Silvesterpartys weltweit


SDA
/ 01.01.20 02:13

Das neue Jahr hat begonnen. Auch in Europa haben die Menschen ausgelassen den Jahreswechsel gefeiert und um Mitternacht das Jahr 2020 begrüsst.

Mehr als 100'000 Menschen feierten in der britischen Hauptstadt zu den Glockenschlägen von Big Ben und einem gigantischen Feuerwerk am Riesenrad London Eye den Start ins neue Jahr. Der berühmte Uhrturm des Parlaments ist derzeit wegen Restaurierungsarbeiten fast komplett eingerüstet. Der Name Big Ben bezieht sich eigentlich nur auf die grosse Glocke - wird aber meist für das ganze Bauwerk verwendet - sie schlägt derzeit nur ausnahmsweise.

Thema des diesjährigen Feuerwerks war die Fussballeuropameisterschaft 2020. Gespielt wurde unter anderem die Fussball-Hymne "Football's Coming Home". London ist Austragungsort von sieben Spielen bei dem Turnier, das auf Städte in ganz Europa verteilt ist. Unter anderem sollen die Halbfinalspiele und das Finale im Londoner Wembley-Stadion stattfinden. "Wir werden wieder einmal zeigen, dass London weltoffen ist, wenn wir Sportfans und Fussballstars aus ganz Europa willkommen heissen", teilte Bürgermeister Sadiq Khan mit.

Die grösste Silvesterparty Deutschlands fand traditionell wieder in Berlin am Brandenburger Tor statt: Zu der Partymeile kamen Hunderttausende und bejubelten das enorme Feuerwerk, das den Nachthimmel über der Hauptstadt erleuchtete.

Die Party auf der Festmeile zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule sei überwiegend friedlich verlaufen, sagte ein Polizeisprecher rund anderthalb Stunden nach Mitternacht der Nachrichtenagentur AFP. Es habe "keine grösseren Zwischenfälle" geben, und es seien keine schweren Straftaten zu verzeichnen gewesen. Auf dem Festgelände waren keine Feuerwerkskörper erlaubt, auch Alkohol durfte nicht mitgebracht werden.

In vielen Ländern der Welt begann das neue Jahr schon deutlich früher: Als weltweit Erste - bereits um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit - feierten die Menschen in Samoas Hauptstadt Apia den Jahreswechsel. Der Südseestaat liegt wie auch Kiribati gerade westlich der internationalen Datumsgrenze. Eine Stunde später gingen um 12 Uhr mitteleuropäischer Zeit in Neuseeland die Feuerwerkskörper in die Höhe. In der grössten Stadt Auckland strahlte die Harbour Bridge in Farbenwellen.

Umstritten war dagegen das Feuerwerk im australischen Sydney. Trotz verheerender Buschbrände im Land schossen um 14 Uhr mitteleuropäischer Zeit Feuerwerkskörper von der Harbour Bridge und liessen den Hafen samt dem bekannten Opernhaus 12 Minuten lang in einem bunten Lichtspektakel erstrahlen. Zur grossen Feier mit rund einer Million Besuchern wehten die Fahnen in Gedenken an die Brandopfer auf Halbmast. Angesichts der seit Wochen wütenden Buschbrände in der Region hatte eine Petition zur Absage der Pyro-Show Hunderttausende Unterzeichner gefunden. Doch die Feuerwehr erteilte eine Sondergenehmigung für das Feuerwerk.

In den folgenden Stunden begrüssten nach und nach die Länder in Asien das neue Jahr: In Japan erklangen um 16 Uhr MEZ die Glocken der buddhistischen Tempel 108 Mal. Dies entspricht nach dem buddhistischen Glauben der Zahl der irdischen Wünsche, die ein Mensch überwinden muss, um das Nirwana zu erreichen.

Um 17 Uhr folgte der Jahreswechsel auf den Philippinen und in Malaysia, wo ebenfalls Feuerwerke die Himmel erleuchteten. In der von Unruhen überschatteten chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong allerdings wurde kurz vor dem Jahreswechsel (17 Uhr MEZ) die Absage des geplanten Grossfeuerwerks bestätigt. Die Touristenbehörde nannte Sicherheitsgründe wegen erwarteter Protestaktionen.

In der russischen Hauptstadt Moskau lagen sich (um 22 Uhr MEZ) Zehntausende Menschen bei einem grossen Fest am Roten Platz in den Armen. In Madrid wiederum begrüssten Zehntausende das neue Jahr unter der Turmuhr an der Puerta del Sol im Zentrum der Stadt. Bei jedem Glockenschlag assen sie - wie es die Tradition verlangt - eine Weintraube. Wer es schafft, alle Trauben während der zwölf Schläge zu verzehren, kann sich auf ein glückliches Jahr freuen. Die zwölf "uvas de la suerte" (Weintrauben des Glücks) gibt es abgezählt in Plastiktütchen oder kleinen Konservendosen zu kaufen. Die Feier unter der 1866 von Königin Isabella II. eingeweihten Uhr wird landesweit live im Fernsehen übertragen und von Millionen Menschen verfolgt.

In anderen Ländern müssen sich die Menschen noch etwas mehr gedulden: Teile Brasiliens und Argentinien können das neue Jahr erst um 4.00 Uhr MEZ begrüssen, um 6.00 Uhr folgt New York und erst um 11.00 Uhr Honolulu in Hawaii.

Eine Ausnahme bei all diesen Feierlichkeiten gab es in dem spanischen Dorf Villar de Corneja. Dort läuteten die Bewohner bereits Dienstagmittag das neue Jahr ein - in der Mini-Gemeinde sind nur rund 30 Menschen registriert, von denen die meisten über 80 Jahre alt sind. Die betagten Bürger wollen nicht bis Mitternacht wach bleiben und feiern den Jahreswechsel deshalb zwölf Stunden früher.

(sda)


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