Lawrow: USA handeln im "Geiste des Kalten Krieges"


News Redaktion
International / 26.09.21 13:49

Der russische Aussenminister Sergej Lawrow hat dem US-Präsidenten Joe Biden wegen dessen Plädoyers für Diplomatie und Zusammenarbeit Scheinheiligkeit vorgeworfen.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow nach seiner Rede bei der Sitzung der UN-Generalversammlung in New York. Foto: Eduardo Munoz/Pool Reuters/dpa (FOTO: Keystone/Pool Reuters/Eduardo Munoz)
Der russische Außenminister Sergej Lawrow nach seiner Rede bei der Sitzung der UN-Generalversammlung in New York. Foto: Eduardo Munoz/Pool Reuters/dpa (FOTO: Keystone/Pool Reuters/Eduardo Munoz)

Vor der UN-Vollversammlung bezichtigte Lawrow am Samstag die USA, sich das Recht anzumassen, über den demokratischen Status anderer Länder zu entscheiden. Die Washingtoner Initiative für einen Demokratiegipfel stehe klar im Geiste eines Kalten Krieges, da sie einen neuen ideologischen Kreuzzug gegen alle Andersdenkenden ausruft, sagte Lawrow. Dies widerspreche Bidens Worten, dass er die Welt nicht in zwei Blöcke geteilt sehen möchte.

Lawrow warf dem Westen vor, die UN für eigene Interessen nutzen oder an die Seite drängen zu wollen. Bei Konflikten werde je nach Interessenlage mit zweierlei Mass gemessen und das Recht auf Selbstbestimmung nicht jedem zugestanden. Mit dem westlichen Konzept der regelbasierten Ordnung sollten Länder mit anderer Auffassung ausgeschlossen werden. So hätten Deutschland und Frankreich ein Bündnis für Multilateralismus angekündigt, obwohl es dafür das ultimative Forum schon gebe: die Vereinten Nationen.

Die 76. UN-Generaldebatte in New York endet an diesem Montag. Nachdem 2020 pandemiebedingt lediglich aufgezeichnete Video-Reden abgespielt worden waren, waren diesmal wieder viele Staats- und Regierungschefs nach New York gereist, meist mit kleineren Delegationen als früher.

Am Rande der Tagung kündigte Lawrow für die neue Woche eine weitere Runde der Rüstungskontrollgespräche mit den USA an. Was unsere Gespräche mit den USA über die strategische Stabilität angeht, so war die erste Runde im Juli und die zweite soll nächste Woche zustande kommen. Die beiden grössten Atommächte USA und Russland hatten Ende Juli in Genf in der Schweiz den Auftakt zu neuen Gesprächen über Rüstungskontrolle begonnen, auf die sich Biden und der russische Staatschef Wladimir Putin geeinigt hatten.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Grosser Ansturm und Optimismus am Zuckerhut: Rio plant Karneval 2022
International

Grosser Ansturm und Optimismus am Zuckerhut: Rio plant Karneval 2022

Nach dem coronabedingten Komplettausfall in diesem Jahr soll der weltberühmte Karneval in Rio de Janeiro 2022 wieder stattfinden.

Mano Khalil:
Schweiz

Mano Khalil: "Die kurdische Identität war unser Gegengift"

"Nachbarn", der neue Film des in Bern lebenden Regisseurs Mano Khalil ("Unser Garten Eden", "Der Imker") erzählt von einem kleinen Jungen, der im Syrien der 80er-Jahre aufwächst. Ein Gespräch über den teilweise autobiografischen Film.

Unbekannte stehlen Bargeld in Kirche und Firma im Kanton St. Gallen
Schweiz

Unbekannte stehlen Bargeld in Kirche und Firma im Kanton St. Gallen

Einbrecher sind in Berschis SG in die Räume eines Unternehmens eingedrungen und haben dort einen Tresor aufgebrochen. Die Täter stahlen nach Polizeiangaben Bargeld im Wert von mehreren Zehntausend Franken.

Welthungerindex 2021 verzeichnet Rückschritte bei Hungerbekämpfung
International

Welthungerindex 2021 verzeichnet Rückschritte bei Hungerbekämpfung

Die Welthungerhilfe verzeichnet in ihrem jährlichen Index Rückschritte wegen Konflikten und den Folgen des Klimawandels.