LCH-Präsidentin sieht Image der Volksschule in Gefahr


News Redaktion
Schweiz / 09.08.22 03:31

Die Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbands Schweiz (LCH), Dagmar Rösler, sieht wegen des Personalmangels an den Schulen das Image der Volksschule in Gefahr. Das könne den Trend hin zu Privatschulen und Homeschooling verstärken.

Die Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbands Schweiz (LCH), Dagmar Rösler, sieht wegen des Personalmangels an den Schulen das Image der Volksschule in Gefahr. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)
Die Präsidentin des Lehrerinnen- und Lehrerverbands Schweiz (LCH), Dagmar Rösler, sieht wegen des Personalmangels an den Schulen das Image der Volksschule in Gefahr. (Archivbild) (FOTO: KEYSTONE/PETER KLAUNZER)

"Das bereitet mir grosse Sorgen", sagte Rösler in einem Interview mit den Tamedia-Titeln in der Dienstagsausgabe. Notlösungen wie das Einstellen unqualifizierten Personals führten dazu, dass Kinder in der Schule zunehmend betreut und nicht ausgebildet würden, monierte der LCH am Montag zuvor an einer Pressekonferenz.

Wie prekär sich die Situation genau gestaltet, weiss der LCH allerdings nicht. Im Interview sagte Rösler: "Ich habe leider keine Übersicht über die gesamtschweizerische Situation." Es sei schwierig an gesicherte Zahlen zu kommen. Schulbehörden hielten sich bedeckt bei entsprechenden Anfragen.

Das habe sich etwa gezeigt, als der LCH erfahren wollte, wie viele geflüchtete Kinder aus der Ukraine in den jeweiligen Kantonen die besuchten. "Niemand hat Zahlen geliefert", so Rösler. Das könne daran liegen, dass die Schulbehörden befürchteten, solche Zahlen könnten gegen sie verwendet werden. Von der Politik erhofft sich Rösler nun Langfristige Lösungen und nicht nur Lippenbekenntnisse "vor offenem Mikrofon".

(sda)


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