Libanesischer Minister erklärt nach saudischem Druck Rücktritt


News Redaktion
International / 03.12.21 15:35

Nach einer wochenlangen diplomatischen Krise mit Saudi-Arabien und zunehmendem Druck hat der libanesische Informationsminister George Kurdahi seinen Rücktritt erklärt.

HANDOUT - George Kurdahi, Informationsminister des Libanon, spricht auf einer Pressekonferenz. Kurdahi hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, um den diplomatischen Streit mit Saudi-Arabien zu entschärfen, den er durch seine Äußerungen über den Kampf der jemenitischen Huthi-Rebellen gegen Saudi-Arabien ausgelöst hatte. Foto: -/Dalati  Nohra/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Dalati & Nohra/-)
HANDOUT - George Kurdahi, Informationsminister des Libanon, spricht auf einer Pressekonferenz. Kurdahi hat seinen Rücktritt bekannt gegeben, um den diplomatischen Streit mit Saudi-Arabien zu entschärfen, den er durch seine Äußerungen über den Kampf der jemenitischen Huthi-Rebellen gegen Saudi-Arabien ausgelöst hatte. Foto: -/Dalati Nohra/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Dalati & Nohra/-)

Er habe die Entscheidung getroffen, weil das Land wichtiger sei als er, erklärte der christliche Politiker am Freitag.

Kurdahi, ein früherer Quiz-Master, stand in der Kritik, weil er vor Amtsantritt den Kampf der jemenitischen Huthi-Rebellen gegen Saudi-Arabien gerechtfertigt hatte. Als diese Äusserungen bekannt wurden, riefen Saudi-Arabien und andere Golfstaaten ihre Botschafter zurück. Riad stoppte zudem alle Exporte aus dem Libanon.

Das Land am Mittelmeer leidet seit mehr als zwei Jahren unter der schwersten Wirtschaftskrise seiner Geschichte. Der Konflikt mit Saudi-Arabien, einem wichtigen Wirtschaftspartner, verschärfte die Lage und trug zum weiteren Verfall der libanesischen Lira bei. Mittlerweile leben rund zwei Drittel der Bevölkerung in Armut.

Der Libanon ist auf internationale Hilfe angewiesen, um die Wirtschaftskrise und die Folgen der verheerenden Explosion im Hafen von Beirut vor mehr als einem Jahr zu bekämpfen. Aus libanesischen Regierungskreisen hiess es, Kurdahis Rücktritt stehe in Verbindung mit der Reise des französischen Präsidenten Emmanuel Macron an den Golf, wo dieser den Weg zur Beendigung der Krise ebnen wolle. Macron ist derzeit zu einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten, Katar und Saudi-Arabien unterwegs. Frankreich hat als frühere Mandatsmacht noch immer enge Beziehungen zum Libanon.

(sda)


Anzeige
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Mutmasslicher Einbrecher gefasst - zweiter Täter flüchtig
Schweiz

Mutmasslicher Einbrecher gefasst - zweiter Täter flüchtig

Nach einem Einbruch in ein Wohnhaus in Meistersrüte AI hat die Innerrhoder Kantonspolizei einen 52-jährigen Nordmazedonier festgenommen. Nach einem zweiten verdächtigen Mann wird noch gefahndet.

Ein Jahr Biden: Enttäuschte Hoffnungen und Sorge um die Demokratie
International

Ein Jahr Biden: Enttäuschte Hoffnungen und Sorge um die Demokratie

Unter Donald Trumps Gegnern herrschte nach der Wahl in den USA fast grenzenlose Begeisterung: "Unser langer nationaler Alptraum ist vorüber", hiess es damals in einem Kommentar der "Washington Post" zum Sieg von Joe Biden.

Timo Meier mit fünf Toren in einem Spiel
Sport

Timo Meier mit fünf Toren in einem Spiel

Sensationeller Timo Meier: Der Schweizer NHL-Stürmer erzielt beim 6:2-Sieg der San Jose Sharks gegen die Los Angeles Kings fünf Tore.

Zürcher Stadtpolizei schnappt zwei junge Kioskräuberinnen
Schweiz

Zürcher Stadtpolizei schnappt zwei junge Kioskräuberinnen

Zwei Schweizerinnen im Alter von 16 und 17 Jahren haben im vergangenen Oktober und November zweimal denselben Kiosk in der Stadt Zürich überfallen. Die Zürcher Stadtpolizei verhaftete die beiden jungen Frauen am vergangenen Montag.