Liechtensteins Ex-Aussenministerin in Vaduz vor Gericht


News Redaktion
International / 27.01.21 04:04

Liechtensteins ehemalige Aussenministerin Aurelia Frick muss sich am heutigen Mittwoch in Vaduz vor dem Kriminalgericht verantworten. Sie ist laut Staatsanwaltschaft angeklagt des Missbrauchs der Amtsgewalt.

Liechtensteins Regierungsrätin Aurelia Frick musste Anfang Juli 2019 ihr Pult räumen. Das Parlament hatte ihr das Vertrauen entzogen. Nun muss sie sich in Vaduz vor Gericht verantworten. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)
Liechtensteins Regierungsrätin Aurelia Frick musste Anfang Juli 2019 ihr Pult räumen. Das Parlament hatte ihr das Vertrauen entzogen. Nun muss sie sich in Vaduz vor Gericht verantworten. (FOTO: KEYSTONE/GIAN EHRENZELLER)

Die 45-jährige ehemalige Regierungsrätin und ihr Generalsekretär sollen zwischen September 2018 und Anfang Juli 2019 Rechnungen vor allem für Beraterdienste bezahlt haben, ohne vorher die dafür erforderlichen Regierungsbeschlüsse einzuholen. Der Prozess bildet den juristischen Abschluss der so genannten Berateraffäre, die am 2. Juli 2019 politisch bereinigt wurde.

Damals hatte das Liechtensteiner Parlament, der 25-köpfige Landtag, der Aussen-, Justiz- und Kulturministerin an einer ganztägigen Sondersitzung das Vertrauen entzogen. 23 Abgeordnete stimmten ab. Die Regierungsrätin erhielt lediglich zwei Stimmen, die sie unterstützten. Am Ende war sie auch von ihrer Partei, der Fortschrittlichen Bürgerpartei von Regierungschef Adrian Hasler, fallen gelassen worden wie eine heisse Kartoffel.

Erbprinz Alois hatte der Absetzung Fricks am Abend nach der Sondersitzung des Parlaments zugestimmt. Er sehe die für eine erfolgreiche Regierungsarbeit notwendige Vertrauensbasis nicht mehr als gegeben, liess der Thronfolger in einer Mitteilung verlauten.

Bei ihrem Ausscheiden war die damalige Aussenministerin mit zehn Jahren das dienstälteste Regierungsmitglied. Mit ihr auf der Anklagebank sitzt ihr ehemaliger Generalsekretär René Schierscher. Beide weisen jede Schuld von sich.

Sollte die in Ungnade gefallene Aussenministerin wegen Missbrauchs der Amtsgewalt verurteilt werden, droht ihr eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und fünf Jahren. Für die Gerichtsverhandlung sind zehn Stunden reserviert. Der Prozess findet nicht im Gerichtsgebäude in Vaduz statt. Er wurde wegen der Corona-Pandemie in den grösseren Vaduzer Saal verlegt.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

SC Bern rehabilitiert sich nur halbwegs
Sport

SC Bern rehabilitiert sich nur halbwegs

Der Schlittschuhclub Bern kann sich gegen den EV Zug für das 1:7 vom Vortag nur halbwegs rehabilitieren. Die Berner verlieren daheim mit 4:5 auch das zweite Spiel.

Schweizer Bauwirtschaft erwartet nach Pandemiejahr leichte Erholung
Wirtschaft

Schweizer Bauwirtschaft erwartet nach Pandemiejahr leichte Erholung

Die Schweizer Bauwirtschaft hat 2020 unter den Covid-Einschränkungen gelitten und den schwächsten Umsatz seit fünf Jahren ausgewiesen. Nun rechnet der Schweizerische Baumeisterverband (SBV) mit einer verhaltenen Erholung.

Terrassen-Streit: Berset erwartet, dass sich alle daran halten - auch Skigebiete
Schweiz

Terrassen-Streit: Berset erwartet, dass sich alle daran halten - auch Skigebiete

Der Bundesrat hat erste Lockerungen der geltenden Massnahmen ab dem 1. März beschlossen - die Öffnung der Gastrobetriebe gehört nicht dazu. Auf die Frage eines Journalisten bezüglich einiger Restaurant-Terassen, die trotz Verbot geöffnet haben, erklärt Bundesrat Alain Berset: "Wir erwarten schon, dass das umgesetzt wird."

Bayer verbucht wegen Glyphosat-Klagen Milliardenverlust
Wirtschaft

Bayer verbucht wegen Glyphosat-Klagen Milliardenverlust

Die Folgen der Übernahme des einstigen US-Rivalen Monsanto haben dem Agrarchemie-Konzern Bayer den höchsten Verlust seiner Geschichte eingebrockt. Die tiefroten Zahlen lagen vor allem an Rückstellungen für die US-Klagen wegen angeblicher Krebsrisiken von Glyphosat.