Lösungen für Luzerner Carproblem lassen sich kaum vergleichen


Roman Spirig
Regional / 21.09.21 12:10

Bei der Suche nach einer definitiven Lösung für die Parkierung von Touristencars liegt in der Stadt Luzern nun eine fachliche Beurteilung von 59 Vorschlägen vor. Eine Favoritin hat sich daraus aber nicht ergeben, wie die Stadt am Dienstag mitteilte.

Lösungen für Luzerner Carproblem lassen sich kaum vergleichen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)
Lösungen für Luzerner Carproblem lassen sich kaum vergleichen (Foto: KEYSTONE / URS FLUEELER)

Vier Jahre nachdem die Stadt Luzern die Aufhebung des Carparkplatzes beim Inseli hinter dem Bahnhof beschlossen hat, weiss sie noch immer nicht, wie der definitive und mehrheitsfähige Ersatz aussehen soll. Die gesuchte Lösung soll auch die Akzeptanz des in den letzten Jahren in Kritik geratenen Cartourismus erhöhen.

Es zeichnet sich aktuell erst eine provisorische Lösung für einen Carparkplatz in der Nachbargemeinde Kriens ab. Auf einer Brache beim Kulturhaus Südpol sollen ab Ende 2022 während mehrerer Jahre 28 Parkplätze für Reisebusse zur Verfügung stehen. Der Grosse Stadtrat soll Ende Oktober dafür einen 4,6-Millionen-Franken-Kredit sprechen. Die vorberatende Kommission stützt das Vorhaben, wie sie am Dienstag mitteilte.

Bis im ersten Halbjahr 2022 will der Stadtrat ferner einen Vorschlag für ein künftiges definitives Carregime vorlegen. Er wird sich dabei auch auf die fachliche Bewertung von 59 Lösungsvorschläge stützen, die am Dienstag publiziert worden ist.

Fachleute der Firma Gruner AG überprüften einen ganzen Strauss von Ideen - Carparkplätze an verschiedenen Standorten in der Agglomeration oder in der Stadt, mögliche unterirdische Parkings oder Umnutzungen. Auch von den Stimmberechtigten abgelehnte Vorhaben wie die Erschliessung eines ausserhalb der Stadt gelegenen Carparkplatzes mit einer Metro wurden bewertet.

Die Superlösung hervorgebracht hat die fachliche Bewertung der 59 Lösungsmöglichkeiten aber nicht. Diese könnten nicht Eins zu Eins miteinander verglichen werden, teilte die Stadt mit. Teure Gesamtlösungen hätten zwar einen höheren Nutzen als kostengünstige Erweiterungen des heutigen Carregimes. Wegen der teils sehr hohen Investitionskosten würden die kostengünstigeren Lösungen aber besser abschneiden.

Das Resultat der fachlichen Bewertung sei nur eines von mehreren Elementen der politischen Gesamtbeurteilung, hält die Stadt Luzern fest. Als weitere Elemente nennt sie die Machbarkeit, die Umsetzbarkeit und die Finanzierung der einzelnen Lösungsvorschläge, die Klima-, Energie- und Mobilitätsstrategie der Stadt sowie die Entwicklung des Tourismus.

Weil der Cartourismus in der Stadt Luzern kontrovers diskutiert wird und es eine Vielzahl von Vorschlägen für die Parkierung der Busse gab, entschied sich der Stadtrat 2019 für eine Grundsatzdiskussion. Um eine mehrheitsfähige Lösung zu finden, gleiste er einen partizipativen Strategieprozess auf.

In einem ersten Schritt wurden 18 Ziele erarbeitet. Die Reisebusse sollen möglichst wenig Verkehr verursachen, die Carparkplätze sollen möglichst wenig negative Auswirkungen auf das Umfeld haben, und die Verkehrssicherheit für alle soll gewährleistet sein. Diese Kriterien seien die Grundlage gewesen für die fachliche Beurteilung der Lösungsvorschläge, die nun die Firma Gruner AG vorgenommen habe, hiess es in der Mitteilung.

(sda)


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