London sieht Probleme und Schwächen bei russischer Teilmobilmachung


News Redaktion
International / 03.10.22 11:37

Bei seiner Teilmobilmachung stösst Russland nach Einschätzung britischer Geheimdienste auf erhebliche Probleme. Eingezogene Reservisten würden sich derzeit übergangsweise in Zeltlagern versammeln, hiess es am Montag im täglichen Kurzbericht des britischen Verteidigungsministeriums. Das deute daraufhin, dass das Militär Schwierigkeiten habe, die Rekrutierten auszubilden und Offiziere für die Führung neuer Einheiten zu finden. Die Geheimdienste gehen ausserdem stark davon aus, dass seit der Verkündung der Teilmobilmachung am 21. September auch bereits Russen eingezogen wurden, die eigentlich nicht unter die Definition der Rekrutierungswelle fallen.

HANDOUT - Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Handout-Videostandbild nehmen russische Rekruten an einem militärischen Training im Patriot-Park außerhalb Moskaus teil. Kremlchef Putin lässt bei einer umstrittenen Teilmobilmachung 300 000 Reservisten einziehen, die dann die besetzten Gebiete halten sollen. Foto: -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Russian Defense Ministry Press Service/AP/-)
HANDOUT - Auf diesem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums veröffentlichten Handout-Videostandbild nehmen russische Rekruten an einem militärischen Training im Patriot-Park außerhalb Moskaus teil. Kremlchef Putin lässt bei einer umstrittenen Teilmobilmachung 300 000 Reservisten einziehen, die dann die besetzten Gebiete halten sollen. Foto: -/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa - ACHTUNG: Nur zur redaktionellen Verwendung und nur mit vollständiger Nennung des vorstehenden Credits (FOTO: Keystone/Russian Defense Ministry Press Service/AP/-)

Sogar der russische Präsident Wladimir Putin habe eine Woche später vor seinem nationalen Sicherheitsrat eingestanden, dass Fehler passiert seien, und gewarnt, diese dürften nicht erneut passieren. Die Briten sehen dieses Eingeständnis als Zeichen für erhebliche Probleme. Regionale Offizieren wüssten mutmasslich nicht über den exakten Rahmen oder die Ziele der Mobilmachung Bescheid.

Das britische Verteidigungsministerium veröffentlicht seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine am 24. Februar unter Berufung auf Geheimdienstinformationen täglich Informationen zum Kriegsverlauf. Damit will die britische Regierung sowohl der russischen Darstellung entgegentreten als auch Verbündete bei der Stange halten. Moskau wirft London eine gezielte Desinformationskampagne vor.

(sda)


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