Lüthi nach Befreiungsschlag wieder auf dem WM-Podest


Roman Spirig
Sport / 20.10.19 10:03

Tom Lüthi verpasste beim Grand Prix von Japan in Motegi den zweiten Sieg in der diesjährigen Moto2-Saison nur knapp. Nach einem hochstehenden Zweikampf musste sich der Emmentaler auf der Kalex nur dem Italiener Luca Marini geschlagen geben.

Lüthi nach Befreiungsschlag wieder auf dem WM-Podest (Foto: KEYSTONE / AP / CHRISTOPHER JUE)
Lüthi nach Befreiungsschlag wieder auf dem WM-Podest (Foto: KEYSTONE / AP / CHRISTOPHER JUE)

Tom Lüthi ist drei Rennen vor Schluss wieder auf Kurs, um zumindest den 2. Platz in der Moto2-WM zu erobern. Mit einem wahren Husarenritt kämpfte sich der 33-jährige Emmentaler auf dem kurvenreichen Kurs in Japan vom 7. Startplatz bis ganz nach vorne, ehe er sich mit nachlassenden Reifen in der vorletzten Runde vom Pole-Mann Marini wieder überholen lassen musste.

Dominique Aegerter fuhr auf der MV Agusta als 14. erstmals seit Ende Juni in Assen wieder in die WM-Punkte, Jesko Raffin auf der NTS klassierte sich im 19. Rang.

Die wichtigste Erkenntnis aus dem GP-Wochenende in Motegi: Lüthi und sein Team haben den Anschluss an die absolute Spitze nach acht Rennen ohne Podestplatz wieder geschafft. Letztmals hatte es der 125er-Weltmeister von 2005 Mitte Juni in Barcelona aufs Podium - ebenfalls als Zweiter - geschafft. Der Berner verbesserte sich in der WM-Wertung vom 4. in den 2. Rang und liegt noch 36 Punkte hinter Leader Alex Marquez. Der Spanier musste sich mit Platz 6 begnügen, ist aber immer noch klarer Favorit auf den Titel.

Luca Marini, der Halbbruder von MotoGP-Superstar Valentino Rossi, gewann nach Thailand sein zweites Rennen in Folge. Er profitierte am Ende davon, dass er seine Reifen besser waren als die seines letzten verbliebenen Gegners. Der Italiener hatte bis Rennmitte geführt, ehe er von Lüthi abgelöst wurde. Der Schweizer hatte aber in einigen harten Zweikämpfen - vor allem zu Beginn gegen Marquez - seine Pneus zu stark beanspruchen müssen, um Marinis entscheidenden Angriff zu kontern. Der 22-jährige Italiener distanzierte Lüthi, der in der letzten Runde noch einmal alles versuchte, um eine halbe Sekunde.

Dennoch zeigte sich der Schweizer nach dem Rennen sehr zufrieden. "Es war ein langer Weg und harte Arbeit des ganzen Teams, um wieder aufs Podest zurückzukommen", stellte er fest. Er habe zu Beginn einige Zeit verloren, als er sich mit WM-Leader Marquez ein hartes Duell über mehrere Runden lieferte. "Marini konnte seine Reifen besser schonen als ich."

Die beiden waren im Rennen eine Klasse für sich und distanzierten die gesamte Konkurrenz um 3,5 und mehr Sekunden. Lüthi überholte damit den Kalex-Markenkollegen Augusto Fernandez (8.) und den südafrikanischen KTM-Fahrer Brad Binder (12.) in der WM-Wertung und liegt nun sechs Punkte vor Fernandez. Am gefährlichsten um den 2. WM-Platz könnte nach dem zweiten Sieg in Folge Luca Marini werden, der als Gesamt-6. bei drei verbleibenden Rennen aber immer noch 22 Zähler hinter Lüthi liegt.

Über ein kleines, und zuletzt seltenes, Erfolgserlebnis konnte sich auch Dominique Aegerter freuen, der nach sieben Rennen ohne Ertrag wieder einmal in die Punkte fuhr. Der 29-jährige Oberaargauer erlebt wie bereits vor einem Jahr eine extrem schwierige Phase. Er hat noch immer keinen Vertrag für die nächste Saison und kämpft um seine Zukunft im GP-Zirkus. Da sind gute Resultate natürlich das beste Argument, allerdings war Teamkollege Stefano Manzi auf der zweiten MV Agusta als Zehnter erneut gut drei Sekunden schneller.

Eine grosse Pause gibt es in der Motorrad-WM nicht. An den nächsten beiden Wochenenden stehen Schlag auf Schlag die Grand Prix von Australien und Malaysia im Programm.

(sda)


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