Lüthi nach Strafe nur Fünfter


Roman Spirig
Sport / 07.07.19 14:41

Alex Marquez geht als WM-Leader in die knapp vierwöchige Sommerpause. Der Spanier sicherte sich auf dem Sachsenring souverän den vierten Moto2-Saisonsieg. Tom Lüthi sah sich nach einem Überholmanöver von der Rennleitung bestraft und wurde nur Fünfter.

Lüthi nach Strafe nur Fünfter (Foto: KEYSTONE / EPA / FILIP SINGER)
Lüthi nach Strafe nur Fünfter (Foto: KEYSTONE / EPA / FILIP SINGER)

Nach dem mit Startposition 12 enttäuschenden Qualifying am Samstag hatte Lüthi in der Dynavolt-Teambox unmissverständlich gefordert, dass er fürs Rennen ein besseres Motorrad zur Verfügung gestellt erhält. Die Mechaniker-Crew kam dieser Aufforderung nach. Die gegenüber dem Vortag veränderten - weil deutlich kälteren - Bedingungen spielten dem Team zusätzlich in die Hände. Nach anfänglichen Schwierigkeiten und harten Positionskämpfen setzte WM-Leader Lüthi auf dem von ihm wenig geliebten Circuit in Sachsen zur Aufholjagd an. Nach 12 von 28 Runden hatte sich der Emmentaler im Grand Prix von Deutschland in den 6. Rang verbessert, mit nur gut einer Sekunde Rückstand auf den führenden Spanier Alex Marquez.

Doch nach der nächsten Start-Ziel-Durchfahrt büsste Lüthi alle Chancen auf eine Top-3-Platzierung ein. Im Kampf um Position 5 mit Xavi Vierge kam es zwischen den beiden Fahrern zu einer Berührung. Der Spanier stürzte und ärgerte sich sichtlich über den Berner. Dieser wehrte sich nach dem Rennen: "Ich war auf der Innenseite, er sieht mich, lässt aber aussen die Bremse los, weil er mir die Tür zumachen will." Der 32-Jährige versuchte nach eigener Aussage noch, den Zusammenprall zu verhindern, "doch dann blockierte mein Vorderrad und ich musste die Bremse auch lösen. Wir waren dann beide zu schnell. Ich war innen, er fuhr mir in die Verkleidung und stürzte leider."

Obwohl es für ihn ein normaler Rennunfall war, ging Lüthi nach dem Rennen zu Vierge, um sich zu entschuldigen. Bereits zuvor befasste sich jedoch auch die Rennleitung mit dem Zwischenfall, der dazu führte, dass Lüthi den Anschluss an seinen am Ende drittklassierten Dynavolt-Teamkollegen Marcel Schrötter verlor. Die Stewards hielten Lüthi für schuldig, wodurch er eine sogenannt lange Runde absolvieren musste. Diese Strafe (Lüthi: "Ich finde sie nicht richtig.") kostete ihn rund drei Sekunden und vorerst eine Position. Letztlich wurde es für Lüthi doch der 5. Platz, da in der Schlussrunde noch der Spanier Iker Lecuona stürzte.

Während Lüthi zu Rennmitte seine Podestchancen entschwinden sah, setzte sich mit Alex Marquez, sein ärgster Titelkonkurrent, von der Konkurrenz ab. Mit seinem vierten Saisonsieg nach Le Mans, Mugello und Montmeló holte sich der 23-jährige Katalane die zuletzt in Assen eingebüsste WM-Führung zurück. Der jüngere Bruder von MotoGP-Dominator Marc Marquez liegt im Gesamtklassement wieder um acht Punkte vor dem Berner (136:128). Der in dieser Wertung drittklassierte Spanier Augusto Fernandez weist mit 102 Punkten bereits einen deutlichen Rückstand auf. Ausstehend sind noch 10 von 19 Saisonrennen. Der nächste GP findet am 4. August im tschechischen Brünn statt.

Dominique Aegerter, der vor Wochenfrist in Assen auf der MV Agusta als Neunter die beste Klassierung der Saison realisiert hatte, belegte im Grand Prix von Deutschland mit mehr als einer halben Minute Rückstand auf den Sieger nur den 20. Platz.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Federer verliert wieder dramatischen Wimbledon-Final
Sport

Federer verliert wieder dramatischen Wimbledon-Final

Roger Federer hat seinen neunten Wimbledon-Titel verpasst. Der 37-jährige Baselbieter verlor den dramatischen Final gegen Novak Djokovic nach knapp fünf Stunden und zwei vergebenen Matchbällen mit 6:7 (5:7), 6:1, 6:7 (4:7), 6:4, 12:13 (3:7).

Etappensieg für van Aert - Zahlreiche Favoriten verlieren Zeit
Sport

Etappensieg für van Aert - Zahlreiche Favoriten verlieren Zeit

Die 10. Etappe der Tour de France von Saint-Flour nach Albi endete mit dem erwarteten Sprint und dem Sieg des belgischen Multitalents Wout van Aert. Im Finale des 217,5 Kilometer langen Teilstücks sorgte der Wind aber für eine Zersplitterung des Feldes.

Luzerner Gemeinden bei Solarnutzung in der Zentralschweiz Spitze
Menüs

Luzerner Gemeinden bei Solarnutzung in der Zentralschweiz Spitze

Luzerner Gemeinden nehmen bei der Nutzung von Solarenergie auf Dächern in der Zentralschweiz zwar eine Vorreiterrolle ein. Doch auch sie schöpfen das vorhandene Potenzial bei weitem nicht aus, wie aus einer Studie im Auftrag von WWF Schweiz hervorgeht.

Rigi Schwingfest
Schwingen

Rigi Schwingfest

Heute wird auf der Königin der Berge geschwungen. Das Rigi-Schwingen ist das dritte Bergfest der Saison. Starke Gäste aus der Nordost- und der Nordwestschweiz wollen den Innerschweizern den Sieg streitig machen. Radio Central überträgt live am Radio und hier im LIVE-TICKER.