Luzern schafft keine kantonale App für Kontaktdaten


News Redaktion
Regional / 27.10.20 14:58

Der Kanton Luzern realisiert keine App, mit der Tourismusanbieter die Kontaktdaten für Gäste aufnehmen können. Ein solches Angebot sei nicht Aufgabe des Kantons und käme jetzt auch zu spät. Der Kantonsrat hat am Dienstag ein entsprechendes Postulat abgelehnt.

Apps für die Erfassung von Kontaktdaten gibt es nach Ansicht des Luzerner Kantonsrats genügend. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)
Apps für die Erfassung von Kontaktdaten gibt es nach Ansicht des Luzerner Kantonsrats genügend. (Symbolbild) (FOTO: KEYSTONE/ENNIO LEANZA)

Die Forderung nach der App aufgestellt hatte Kantonsrätin Gabriela Schnider-Schnider (CVP) mit einem dringlichen Postulat. Es fehle an einem einheitlichen digitalen Werkzeug, sagte sie im Kantonsrat.

Schnider erhoffte sich von der App, dass damit Dienstleistungs- und Tourismusanbieter effizient, einfach und zuverlässig die Kontaktdaten erheben könnten. Für viele kleinere Anbieter und Vereine komme die Lancierung einer eigenen App aus Kosten- und Zeitgründen nicht in Frage.

Papierlisten seien oft unlesbar und unvollständig, sagte Schnider. Listen, die auf der Gastrotheke liegen bleiben würden, verstiessen auch gegen den Datenschutz.

Der Regierungsrat beantragte dem Kantonsrat, das Postulat abzulehnen. Die allermeisten Einrichtungen und Betriebe, welche Kontaktdaten erheben müssten, hätten inzwischen ein geeignetes System installiert. Es gebe eine grosse Anzahl verschiedener Anbieter. Es sei nicht nötig, dass der Kanton ein weiteres System entwickle und die privaten Angebote konkurrenziere.

Urs Dickerhof (SVP) sagte, es sei nicht Aufgabe des Kantons, eine App zu entwickeln, von denen es schon mehrere Versionen gebe. Mario Cozzio (GLP) sagte, nach seinen Erfahrungen seien die Apps einfach zu bedienen. Philipp Bucher (FDP) sagte, die Betreiber von Gaststätten und Tourismusbetrieben könnten sich bezüglich einer App absprechen.

SP und Grüne wollten zwar auch keine staatliche App, sie fanden aber, dass der Kanton die verbreiteten Lösungen prüfen und taugliche empfehlen solle. Sie beantragten, das Postulat teilweise zu überweisen.

Der Rat sprach sich zunächst für eine teilweise statt eine vollständige Überweisung aus. Er lehnte dann aber den Vorstoss mit 49 zu 48 Stimmen ab.

(sda)


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