Luzern schliesst sich nicht den Gebirgskantonen an


News Redaktion
Regional / 22.06.21 15:17

Luzern ist kein typischer Gebirgskanton. Der Kantonsrat hat am Dienstag ein Postulat von Hans Lipp (CVP), der einen Beitritt zur Regierungskonferenz der Gebirgskantone forderte, mit 58 zu 44 Stimmen abgelehnt.

Blick von der Marbachegg auf die Schrattenfluh: der Kanton Luzern hat zwar gebirgige Gebiete, zu den Gebirgskantonen zählt er sich aber nicht. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)
Blick von der Marbachegg auf die Schrattenfluh: der Kanton Luzern hat zwar gebirgige Gebiete, zu den Gebirgskantonen zählt er sich aber nicht. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER)

Lipp, Gemeindeammann der Berggemeinde Flühli, wollte, dass Luzern ein Beitrittsgesuch an die Regierungskonferenz der Gebirgskantone (RKGK) stellt. Die RKGK gibt es seit 1981. Ihr gehören Uri, Obwalden, Nidwalden, Glarus, Graubünden, Tessin und Wallis an.

Der Kanton Luzern habe einige Gemeinden, die im Berggebiet liegen würden, erklärte Lipp. Eine Mitgliedschaft bei der RKGK würde deswegen Vorteile bringen. Lipp führte etwa an, dass die Politik national immer mehr aus Sicht der Agglomerationen gestaltet werde. Die RKGK behandle wichtige Themen und habe grossen Einfluss.

Der Regierungsrat lehnte die Forderung von Lipp ab. Die Themen, mit denen sich die RKGK beschäftige, könne er in anderen kantonalen Konferenzen, sowohl auf Zentralschweizer wie auch auf eidgenössischer Ebene, ausreichend diskutieren. Der Regierungsrat wies zudem darauf hin, dass in den Zentralschweizer Konferenzen der Kontakt mit Gebirgskantonen wie Uri, Ob- und Nidwalden eng sei.

Trotz Wölfen und Skigebieten sei Luzern kein Gebirgskanton, sagte Simone Brunner (SP). Der Nutzen eines Beitritts werde wohl kleiner sein als erhofft. Auch Mario Cozzio (GLP) sah keinen nachgewiesenen Bedarf für einen Beitritt zur RKGK. Fabrizio Misticoni (Grüne) erwähnte den zeitlichen Aufwand, den der Einsitz in eine zusätzliche kantonale Konferenz mit sich bringen würde.

Anders wurde die Lage von Angela Lüthold (SVP) beurteilt. Es sei wichtig, dass der ländliche Wirtschafts- und Lebensraum auch eine Stimme hätten. Irene Keller (FDP) sagte, gerade weil Luzern kein typischer Gebirgskanton sei, könnte der Beitritt zur RKGK etwas bringen.

(sda)


Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Über 100 Bauernhöfe öffnen ihre Pforten für Besucherinnen
Schweiz

Über 100 Bauernhöfe öffnen ihre Pforten für Besucherinnen

Über 100 Bauernfamilien haben am Sonntag ihre Höfe für Besucherinnen und Besucher geöffnet, um ihnen ihre Tiere, die Pflanzen und die Technik näher zu bringen. Unter den Interessierten war auch Nationalratspräsident Andreas Aebi (SVP/BE).

Kein fetter Bonus für Guerdat und Fuchs in Aachen
Sport

Kein fetter Bonus für Guerdat und Fuchs in Aachen

Die deutsche Weltnummer 1 Daniel Deusser gewinnt den mit einer Million Euro dotierten Grossen Preis von Aachen in einem packenden Stechen.

Nawalny-Team: Internetriesen entfernen App zum Protestwahl-Verfahren
International

Nawalny-Team: Internetriesen entfernen App zum Protestwahl-Verfahren

Zu Beginn der Parlamentswahl in Russland haben die Internetkonzerne Google und Apple die App zum Protestwahl-Verfahren der "schlauen Abstimmung" aus ihren Systemen entfernt.

Nach Wahlschlappe: Schwere Regierungskrise erschüttert Argentinien
International

Nach Wahlschlappe: Schwere Regierungskrise erschüttert Argentinien

Nach der heftigen Schlappe bei den Vorwahlen wird die argentinische Regierung von einer schweren Krise erschüttert.