Luzern soll neue Kaserne der Schweizergarde mitfinanzieren


News Redaktion
Regional / 26.10.21 00:01

Der Kanton Luzern soll die neue Kaserne der Schweizergarde im Vatikan aus den allgemeinen Staatsmitteln mitfinanzieren. Der Regierungsrat beantragt dem Kantonsrat, mit einem Dekret 400'000 Franken freizugeben.

Das Modell der neuen Kaserne der Schweizergarde. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI)
Das Modell der neuen Kaserne der Schweizergarde. (Archivaufnahme) (FOTO: KEYSTONE/TI-PRESS/ALESSANDRO CRINARI)

Gemäss der am Montag publizierten regierungsrätlichen Botschaft fliesst das Geld nicht an den Vatikan, sondern an die Stiftung für die Renovation der Kaserne der Päpstlichen Schweizergarde im Vatikan. Diese wurde eigens für die Realisierung des Neubaus gegründet.

Gemäss der Botschaft ist die heutige Kaserne in keinem guten Zustand mehr und zu klein für die künftigen Bedürfnisse der Garde. Diese soll nämlich nicht nur vergrössert werden, sondern es sollen ihr auch mehr Familienväter angehören dürfen. So soll die neue Kaserne neben 114 Einzelzimmern auch 26 Familienwohnungen haben.

Geplant wurde die Kaserne vom Tessiner Architekturbüro Durisch und Noll. Die Kosten werden auf 45 Millionen Franken veranschlagt, dazu kommen 5 Millionen Franken für die behelfsmässige Unterbringung der Garde während der Bauzeit.

Finanziert werden soll die Kaserne mit Spenden. Der Bund hat einen einmaligen Beitrag von 5 Millionen Franken zugesichert. Katholisch geprägten Kantone stehen gemäss der Botschaft einer staatlichen Unterstützung ebenfalls wohlwollend gegenüber.

Für den Luzerner Regierungsrat ist eine Unterstützung des Kasernenneubaus durch den Kanton ebenfalls angezeigt, denn Luzern verbinde viel mit der Schweizergarde. Von 1548 bis 1878 seien die Kommandanten der Garde immer Luzerner gewesen. Zudem geniesse die Garde einen grossen Bekanntheitsgrad und sei eine Botschafterin der Schweiz.

Die 400000 Franken, die der Regierungsrat einsetzen will, entsprechen einem Beitrag von einem Franken pro Einwohner. Gemäss Regierungsrat haben sich auch andere Kantone für diesen Finanzierungsschlüssel entschieden.

Eine Finanzierung aus dem Lotteriefonds ist gemäss Kantonsregierung aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Der Kantonsrat soll den Beitrag deswegen mit einem Dekret bewilligen. Dieses untersteht dem fakultativen Referendum. Damit könne bei Bedarf auch das Volk über die Unterstützung des Kasernenneubau entscheiden und für eine breitere politische Legitimation sorgen, schreibt der Regierungsrat.

(sda)


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