Luzern startet mit präventiven Coronatests in Betrieben


Roman Spirig
Regional / 19.03.21 14:59

Der Kanton Luzern startet nächste Woche einen Pilotbetrieb für präventive Coronatests in Firmen. Es hätten sich rund 1500 Personen aus sieben Betrieben zur Verfügung gestellt, teilte die Staatskanzlei am Freitag mit.

Luzern startet mit präventiven Coronatests in Betrieben (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)
Luzern startet mit präventiven Coronatests in Betrieben (Foto: KEYSTONE / ALEXANDRA WEY)

Der Pilotbetrieb dauert eine Woche. Ziel sei es, möglichst rasch einen regulären Betrieb aufzuziehen, teilte die Staatskanzlei mit. Wie die Logistik im Normalbetrieb organisiert werde, sei noch nicht entschieden. Der Aufwand für die Unternehmen solle aber tief gehalten werden.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Betriebe sollen wöchentlich getestet werden. Mit diesem Vorgehen sollen Personen, die mit dem Coronavirus infiziert sind, aber keine Krankheitssymptome haben, erkannt und weitere Ansteckungen verhindert werden.

Der Kanton hofft, dass sich möglichst viele Luzerner Betriebe an diesen regelmässigen und präventiven Tests beteiligen. Wie viele es sein werden, kann der Kanton zur Zeit nicht abschätzen. Das Interesse sei derzeit aber gross, sagte David Dürr, Leiter Dienststelle Gesundheit und Sport, gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Es gebe genügend Kapazitäten, um den ganzen Kanton zu testen.

Am Probelauf beteiligen sich Firmen mit 50 bis 530 Mitarbeitenden, wie Dürr weiter ausführte. Eine Mindestgrösse für eine Teilnahme an der Testkampagne ist bis anhin nicht vorgesehen. An den Tests beteiligen können sich somit grundsätzlich auch Kleinstbetriebe, wobei dies erhöhte Anforderungen an die Organisation stellen könnte.

Getestet werden soll in den Luzerner Betrieben mit Speicheltests. Diese seien anwenderfreundlich, teilte die Staatskanzlei mit. Für die Analyse werden immer fünf Proben zusammengeschüttet und gemeinsam analysiert. Mit diesem Vorgehen könnten in kürzerer Zeit mehr Proben analysiert werden, sagte Dürr.

Der Nachteil ist, dass bei einem positiven Resultat alle fünf in der Testgruppe befindlichen Personen sich nochmals testen lassen und, bis das zweite Resultat vorliegt, in Isolation gehen müssen. Theoretisch wären auch grössere Pools möglich. Eine Fünfergruppe gelte aber als gute Grösse, sagte Dürr.

Das Labor informiert jede Person, die am Test teilnimmt, per SMS über das Ergebnis. Es muss zudem positive Testergebnisse dem Bund und dem Luzerner Contact-Tracing melden.

Der Bund hat auf den letzten Montag die Teststrategie ausgeweitet. Er trägt auch die Kosten dieser sich wiederholenden Tests. Einzelpersonen können sich im Kanton Luzern auch in den Spitälern sowie in Apotheken und weiteren Einrichtungen testen lassen.

Neben dem Testen sei das Impfen ein zentraler Baustein der Pandemiebekämpfung, teilte die Staatskanzlei mit. Bis im Spätsommer oder Frühherbst 2021 sollten alle impfwilligen Luzernerinnen und Luzerner geimpft sein. Ob dieser Fahrplan eingehalten werden könne, hänge davon ab, wie viele Personen sich impfen lassen möchten und zu welchem Zeitpunkt wieviel Impfstoff zur Verfügung stehe.

Wenn genügend Impfstoss bereit steht, will der Kanton Luzern in Willisau ein Impfzentrum in Betrieb nehmen. Bislang betreibt er eines auf dem Areal der Messe Luzern.

(sda)


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