Luzerner Immobilien werden künftig vom Büro aus geschätzt


Roman Spirig
Regional / 17.06.19 17:43

Im Kanton Luzern werden die Grundstücke künftig in einfacheren Verfahren, aber häufiger als bisher, von den Steuerbehörden geschätzt. Der Kantonsrat hat diesem Wechsel zugestimmt und das revidierte Schatzungsrecht nach erster Lesung mit 103 zu 1 Stimmen genehmigt.

Luzerner Immobilien werden künftig vom Büro aus geschätzt (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)
Luzerner Immobilien werden künftig vom Büro aus geschätzt (Foto: KEYSTONE / GAETAN BALLY)

Neu soll der Gebäudewert aus dem Gebäudeversicherungswert und der Landwert aus Marktdaten abgeleitet werden. Mit der neuen Schatzungsmethode soll in der Regel der Augenschein des Schatzungsbeamten vor Ort entfallen.

Die Steuereinnahmen sollen für den Kanton gleich hoch ausfallen wie bisher, das neue Schatzungsverfahren soll aber günstiger sein als das alte und Einsparungen von 1,5 Millionen Franken bringen.

Die Forderung nach einer Vereinfachung des Schatzungswesens ist eine alte politische Forderung. Das alte Schatzungsgesetz wird abgeschafft. Die Bestimmungen über die Immobilienbewertungen werden ins Steuergesetz integriert.

Markus Gehrig (CVP) rechnet damit, dass es zu Beginn des neuen Schatzungverfahrens zu mehr Einsprachen kommen könnte. Heidi Scherer (FDP) sagte, bei Härtefällen, die durch den Systemwechsel entstehen könnten, müssten die Behörden einen gewissen Handlungsspielraum haben.

Im Kanton Luzern gibt es über 200'000 Grundstücke. Diese sollen neu statt alle 15 Jahre alle 5 Jahre geschätzt werden. Dank des hohen Grades an Automatisierung soll dies keine Mehraufwendungen verursachen. Wegen des kürzeren Schatzungszyklus kann auf die jährliche Indexierung des Mietwerts verzichtet werden.

(sda)


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